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John Lennon, Imagine, 1971

Text/Musik/ John Lennon

Produzenten/ John Lennon, Phil Spector

Label/ Apple

Als Titelsong von Lennons zweiter Solo-LP führte „Imagine“ eine Reihe von Songs an, die weit weniger auf Konfrontationskurs waren als „Plastic Ono Band“ von 1970. Mit diesem Urschrei von Schallplatte hatte Lennon einige sehr persönliche Themen bearbeitet – wenngleich er auf „Imagine“ mit „How Do You Sleep?“ seinem Ex-Kollegen Paul McCartney ebenfalls einen Seitenhieb verpasste.

„Imagine“ hat es faustdick hinter den Ohren. Hinter weichem Sound, einfachem Text – auf der Grundlage von Yoko Onos Philosophie, wie sie in ihrem Buch „Grapefruit“ zum Ausdruck kommt – und recht vagen Ermahnungen verbergen sich subversive Ideen. Lennon selbst meinte, der Song sei „eigentlich das Kommunistische Manifest“. Aber viele Jahre massentauglicher Dauerexposition hatten die Botschaft zur Platitüde verwässert.

„Imagine“ wurde nach Lennons Ermordung im Dezember 1980 neu veröffentlicht. Erst jetzt erreichte der Song den Spitzenplatz, den die zeitlose Melodie und Lennons fesselnde Stimme verdienten, und bildete mit „(Just Like) Starting Over“ und „Woman“ ein fast durchgehendes Triumvirat von Hits in einer trauernden britischen Nation. Von da an regnete es Coverversionen, Auszeichnungen und immer häufigere Auslobungen zum Klassiker. Hinter all dem Spektakel steckt aber immer noch ein grossartiger Song.

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