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Patti Smith, Piss Factory, 1974

Text/Musik/ Patti Smith, Richard Sohl

Produzent/ Lenny Kaye

Label/ MER

Patti Smith trieb sich eine Weile an den Randbezirken der Musikszene herum, bevor sie schliesslich im Studio landete. Deswegen war sie, als die Zeit für ihre erste Single gekommen war, sozusagen geladen, entsichert und bereit loszulegen. Smith eine starke Persönlichkeit und energiegeladene Performerin, sah sich ebenso als Dichterin und Schriftstellerin wie als Sängerin, dennoch überrascht die kathartische Macht von „Piss Factory“.

Über Richard Sohls verrücktes, jazziges Klavier intoniert Smith im wilden Rhythmus eine Beat-geprägte Erinnerung an die schreckliche Zeit, als sie 1964 als 16jährige in einer Spielzeugfabrik in New Jersey arbeitete („Because you see it’s the monotony that’s got to me/ Every afternoon like the last one/ Every afternoon like a rerun.“), bis sie am Ende ein kühnes Versprechen abgibt: „I’m gonna be somebody, I’m gonna get on that train, go to New York City/ And I’m gonna be so big, I’m gonna be a big star and I will never return.“ Und sie hielt Wort.

Die A-Seite war das ebenso unorthodoxe Cover „Hey Joe“ ( über Patty Hearst); bezahlt hatte die Single der Photograph Robert Mapplethorpe, Smiths Ex-Liebhaber, dessen Porträts von ihr später das Cover der Patti Smith Group zierten. Den Anreiz zu Plattenaufnahmen gaben die Auftritte von Tom Verlaine und Television. Die beiden Bands trafen sich oft im legendären Club CBGB in der Bowery – und Amerikas Rimbaud-trifft-auf-Rolling-Stones-Version des Punk war geboren.

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