ES-5042-A1.jpg

Elvis Presley, Heartbreak Hotel, 1956

Text/Musik Mae Boren Axton, Tommy Durden, Elvis Presley

Produzent/ Steve Sholes

Label/ RCA

„I walk a lonely street“. Diese Zeile aus einem Zeitungsbericht über einen Selbstmord inspirierte Mae Boren Axton und Tommy Durden zu Elvis Presleys Megahit – obwohl es anfangs gar nicht danach aussah.

Demosänger Glenn Reeves fand den Titel und den ganzen Song so blöd, dass er nichts damit zu tun haben wollte. Elvis‘ einstiger Mentor, Sam Phillips, bezeichnete das Lied als „morbiden Mist“, während sich der A&R von RCA, Steve Sholes, fragte, ob er den falschen Sun-Künstler unter Vertrag genommen hatte und mit Carl Perkins besser daran gewesen wäre. Seine Vorgesetzen ordneten an, die Aufnahmen zu wiederholen.

Wahr ist, dass der Versuch, das „Sun-Sound“typische Slapback-Echo nachzuahmen, misslang ( obwohl die RCA-Tontechniker sogar im Treppenhaus Aufnahmen machten). Trotzdem entwickelte dieses schwerfällige, bluesige Klagelied fast hypnotische Kräfte, von Floyd Cramers gespenstischem Barpiano bis zu Scotty Moores zerhacktem Solo, das kurzzeitig die somnolente Stimmung durchbricht. Und dann natürlich Elvis‘ unverwechselbare Stimme: „Seine Phrasierung, wie er das Echo einsetzte – einfach wunderbar“, erinnerte sich Paul McCartney fast 50 Jahre später. „Als ob er es aus der Tiefe der Hölle sänge“. Damit konnten sich Teenager identifizieren – und kauften diesen Song über Entfremdung und Ablehnung zuhauf.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s