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The Beatles, A Day in the Life, 1967

Text/Musik/ John Lennon, Paul McCartney

Produzent/ George Martin

Label/ Parlophone

Die Beatles-Platte Sgt. Pepper’s war beispielhafte Teamarbeit. Für den schwindelerregenden letzten Track lieferte McCartney den Mittelteil, aber Lennons Text dominiert. Der fleissige Medienkonsument bezog einige Ideen aus der Zeitung – der „lucky man who made the grade“ dürfte der unglückliche Guiness-Erbe Tara Brownse sein; die Kolumne „Far&Near“ des „Daily Mail“ lieferte die Zeile über Schlaglöcher in Blackburn, und auch Lennons Mitwirken in Richard Lesters Satire-Film „How I Won the War“ kommt vor. Mit der Zeile „I’d love to turn you on“ äussert sich das Duo erstmals positiv über Drogen.

McCartneys wachsendes Interesse an Avantgardekomponisten wie Stockhausen und Luciano Berio inspirierte ihn zu dem berühmten „Anschwellen“ des Orchesters: Im Verlauf von 24 Takten spielte jeder Musiker auf seinem Instrument alle Töne, vom tiefsten bis zum höchsten. Das Ergebnis beschrieb Lennon als „Klang, der sich aus dem Nichts heraus aufbaut und bis zum Ende der Welt reicht“; George Martin nannte es etwas kerniger einen „orchestralen Orgasmus“.

„A Day in the Life“ war schon von der Konzeption her umwerfend originell. Das Lied wurde von einem durchweg grossartigen Ensemble eingespielt und von Lennon wunderbar gesungen – vielleicht eines der besten Gemeinschaftswerke der Popmusik.