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Iggy Pop, Lust For Life, 1977

Text/Musik/ Iggy Pop, David Bowie

Produzent/ The Bewlay Bros.

Label/ RAC

In West-Berlin führten Iggy Pop und David Bowie ein Leben, das in seiner Dekadenz an die Weimarer Republik erinnert – Kokain, Rotwein und Bratwurst, und einmal die Woche eine Folge von „Starsky and Hutch“ auf AFN. Bowie verarbeitete die Erkennungsmelodie des Senders mit Hilfe einer Ukulele zum Gitarrenriff in „Lust for Life“. Die „Bewlay Brothers“, wie Pop, Bowie und Co-Produzent Colin Thurston sich nannten, nahmen den Track 1977 in den Hansa Studios auf (wo Bowie bald darauf sein Album „Heroes“ aufnahm).

Mit raubtierhaftem Grollen durchstreift Iggy seinen Gesangspart. Der im Text genannte Johnny Yen ist eine Figur aus William Burroughs‘ Roman „The Ticket That Exploded“ (1962), aus dem auch der Vergleich stammt, Liebe fühle sich an „wie das Hypnotisieren von Hühnchen“. Drummer Hunt Sales und sein Bruder, Bassist Tony sorgten für den Drive – unvergesslich als Filmmusik der Anfangsszene von „Trainspotting“ (1996).

Dank des Films erreichte das neuveröffentlichte „Lust for Life“ einen Platz in den britischen Charts und legte den Grundstock für diverse revisionistische Versionen des Riffs, allen voran „Last Nite“ von den Strokes und „Are You Gonna Be My Girl“ von den Australo-Rockern Jet. Iggy Pops grandiose Grosstuerei gehört jedoch weder der Vergangenheit noch der Zukunft an. Er ist einfach ein „modern guy“.