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Nina Simone, Ain’t Got No; I Got Life, 1968

Text/Musik/ G. MacDermont, J. Rado, G. Ragni

Produzent/ Joe René

Label/RCA

Im Jahr 1968 öffnete das Rockmusical „Hair“ seine Pforten am Broadway und im Londoner West End – ein Schlüsselmoment der Hippiebewegung und Gegenkultur der 60er Jahre, mit der Botschaft Frieden und Liebe, Freiheit und Drogen. Es war das Jahr, in dem Martin Luther King Jr. ermordet wurde, im April. Drei Tage später traf Nina Simone im Westbury Music Fair in New York auf und widmete ihr Konzert seinem Gedenken. Eine Aufnahme der Show war das Ausgangsmaterial für ihr Album „Nuff Said!“ Simone erzählte 1991:“Ich wollte unbedingt von den Anführern der Bürgerrechtsbewegung angenommen werden, und als das der Fall war, sang ich ihnen zehn Jahre lang Protestlieder.“

Ebenfalls auf dem Album waren drei Studiotracks, die einen Monat säter aufgenommen wurden, darunter ein Medley zweier Songs aus „Hair“, Ain’t Got No“ und „I got Life“. Im Musical wurden diese rockige Protesthymne und ihre lebensfrohe Erwiderung vom „Tribe“ gesungen, Hippies auf der Suche nach einer drogeninduzierten Utopie. Dass so ein Musicalsong auf so ein ernstzunehmendes Album wie „Nuff Said!“ kommt, erscheint zunächst überraschend, aber in Simones Händen nimmt der Ruf nach Freiheit den härteren Ton der Bürgerechtsbewegung an, bewahrt aber gleichzeitig auch die optimistische Stimmung des Originals.

Mit „Ain’t Got No; I Got Life“ wagte Nina Simone den Schritt weg vom Jazz, Gospel und Blues, hin zum Pop. Als der Song als Single herauskam, wurde er ein grosser Hit und erreichte ein viel breiteres, jüngeres Publikum als sie gewohnt war, vorallem in Europa.

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