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Richard Hell and the Voidoids, Blank Generation, 1977

Text/Musik/ Richard Hell

Produzenten/ Richard Gottehrer, Richard Hell

Label/ Sire

Auch wenn New Yorker Punk keine Slogans nötig hatte, schienen doch wenige seiner Äusserungen so hymnentauglich wie „Blank Generation“, die Kultplatte von CBGB-Dauergast, Autor und Schreihals Richard Hell. Der Refrain – übersetzt etwa „Ich gehöre zur leeren Generation und kann jederzeit machen, was ich will“ – lieferte Hell und seinen schmuddeligen Mitstreitern eine passende, aussagende nihilistische Maxime.

Nach dem Vorbild der 1959er Beatnik-Parodie „The Beat Generation“ gestaltet, war „Blank Generation“ 1977 Titelgeber für das Debutalbum von Richard Hell & The Voidoids. Der Sänger hatte den Song jedoch bereits Jahre zuvor während seiner Zeit bei Television gespielt. Die Voidoids-Version von „Blank Generation“ ist aufgedreht und neurotisch, mit Hells nervöser Stimme und Robert Quines anarchischen Gitarrenergüssen. Doch bei aller Ungezähmtheit bewahrt der Song auch eine Spur Jazz, die er von seiner Inspirationsquelle übernommen hat, und ist, wie viele frühe Punksongs, komplexer als er sich amerken lassen will.

Zwar erreichte „Blank Generation“ nicht die Popularität einiger Ramones-Hits, wirkte aber über die Wände des Punk-Clubs CBGB hinaus. Auch Malcolm McLaren mochte den Song. Bei seiner Rückkehr aus New York befahl er den Sex Pistols, ihre „eigene Version“ von „Blank Generation“ zu schreiben (das Ergebnis war „Pretty Vacant“). Britischer Punk ist in der Tat ohne Hells Einfluss schwer vorstellbar.

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