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Frank Zappa and The Mothers of Invention, One Size Fits All, 1975

Produzent/ Frank Zappa

Label/ DiscReet

„One Size Fits All“ ist die letzte Platte, die unter dem Namen „Frank Zappa and the Mothers of Invention“ erschien. Dabei handelt es sich um das musikalisch konsistenteste der fast durchweg überragenden Alben, die Zappa mit seinem Anfang der Siebziger neu geformten Musikerkollektiv veröffentlicht hat. Dies liegt daran, dass es alle Vorzüge der vorangegangen Werke wie „Apostrophe“ oder „Over-Nite-Sensation“ noch einmal in kondensierter Form zusammenfasst. Im Gegensatz zu den Vorgängern aber den humoristischen Charakter nicht zu sehr in den Vordergrund rückt. So trifft Zappas natürlich immer noch vorhandene, beissende, sich bewusst nahe an der Grenze zur Albernheit bewegende Satire auf hochkomplexe, minutiös ducharrangierte und doch häufig improvisiert anmutende Kompositionen.

Das musikalisch rasante, grösstenteils instrumentale „Inca Roads“, das den Anfang macht, untermauert den Vorzug, den Zappa nach längerer Zeit wieder der Musik vor dem Text gibt, wobei speziell George Duke und Ruth Underwood Glanzleistungen abliefern. Das surreale Zwischenspiel „Sofa“ ist eine mal wieder an Doo Wop orientierte Albernheit – und geriet live zu voller Blüte wie auf „You Can’t Do That On Stage Anymore, Vol. 1“ nachzuhören ist. „Po-Jama People“ ist ein unwiderstehlicher Ohrwurm, der schlafmützige Spiesser karikiert. „Evelyn, A Modified Dog“ ist eine kurze, zuckersüsse Pianoballade mit einem das Arrangement bewusst konterkarierenden albernen Text.

Offensichtlich nahm man noch ein weiteres Album parallel auf, das jedoch nie veröffentlich wurde. Gastauftritte haben Captain Beefheart, der seinerzeit auch mit den Mothers tourte, und Zappas Gitarrenheld Johnny „Guitar“ Watson. Zwei der Stücke landeten auf „Bongo Fury“, andere auf späteren Restverwertungen wie „Studio Tan“. Vorallem das epische „Greggery Peccary“ hätte wunderbar auf dieses verschrobene, aber musikalisch äusserst fokussierte Album gepasst.

 

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