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Etta James, I’d Rather Go Blind, 1967

Text/Musik/ Billy Foster, Ellington Jordan

Produzent/ Rick Hall

Label/ Cadet

Etta James war in den US-Single Charts der frühen 1960er Jahre eine konstante Grösse, dank Hits wie „Trust Me“ und dem Song, der ihr Markenzeichen werden sollte, „At Last“. Doch Mitte des Jahrzehnts geriet ihre Karriere aus den Fugen, sie kämpfte gegen ihre Heroinsucht und verbrachte einige Zeit in der Psychiaterie.

1967 brauchte James ein Comeback. Auf Empfehlung von Leonard Chess, der sie einst aufgebaut hatte, reiste sie nach Muscle Shoals, Alabama, um dort ihr siebtes Album, „Tell Mama“, aufzunehmen. Es wurde eines ihrer besten, mit einem ergreifenden Cover von Otis Reddings „Security“ und dem (nur aus zwei Akkorden bestehenden) „I’d Rather Go Blind“, das mit den Jahren einfach immer schöner wird. „I’d Rather Go Blind“ ist mindestens ebenso gereift wie „At Last“ und hat den Vorteil, dass es nicht ganz so sehr mit Nostalgie belastet ist. Der Song ist das musikalisch Äquivalent einer offenen Wunde. Etta James klingt wie eine Frau, die in den Abgrund blickt und erfolglos zu akzeptieren versucht, dass ihr Mann sie verlassen hat. „Eher werde ich blind“, fleht sie, „als mitanzusehen, wie du weggehst.“

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