2716-raw.jpg

The Kinks, Dead End Street, 1966

Text/Musik/ Ray Davies

Produzent/ Shel Talmy

Label/ Pye

Nach den Beatles waren es immer die Kinks, die unter den grossen britischen Bands der 1960er Jahre Soundexperimente wagten. In Ray Davies hatten sie zudem einer der profiliertesten Songschreiber ihrer Generation. Ohne seine Worte oder Themen zu verwässern, gelang es Davies, den Mittelweg zwischen McCartneys Sentimentalität und Lennons Zynismus zu gehen. „Dead End Street“, ein Song über Armut, weckt Mitgefühl, ohne zu bevormunden, bringt Wut zum Ausdruck, ohne verbittert zu sein.

Das Genie verbirgt sich im Detail, wenn Davies in vier kurzen, brillanten Zeilen die Szenerie beschreibt: Durch die Decke verläuft ein Riss, der Abfluss in der Küche ist undicht, keine Arbeit, kein Geld, und auch am Sonntag gibt’s nur Brot und Honig. Für den Erzähler fehlt es den „Sixties“ entschieden an „Swing“. Der Sound des Songs ist höchst eigentümlich. Die klagende Trompete stützt die Melodie, es gibt plötzliche Rhythmuswechsel und ein geschriener Backgroundchor hilft über die Gefühle von Hochmut und Verzweiflung hinweg. Die Kinks-Kollegen Dave Davies und Pete Quaife nannten „Dead End Street“ einen der drei besten Songs, die Ray je geschrieben hat. Sein Einfluss – fröhliche Melodie begleitet trostlose Geschichte – ist in britischen Bands wie Madness und The Smiths zu hören, allesamt englische Essayisten.

2 Gedanken zu “

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s