zz-top-eliminator-sleeve-80s-1024x1024.jpg

ZZ Top, Eliminator, 1983

Produzent/ Bill Ham

Label/ Warner Bros.

Am Anfang war Donna Summer. Sie beschloss Disco, Drums und Rockgitarren feierlich zu vermählen, und es war gut so (zumindest auf „Bad Girls“). Später perfektionierte Eddie Van Halen die Verbindung auf Michaels Jackson „Beat It“ und dem eigenen „Jump“.

In einem solchen Umfeld riskierten ZZ Top, wie peinliche ältere Herren zu wirken. Statt dessen fabrizierten sie ein Elektro-Boogie-Meistergebräu, das mit Eddie im Unterhaltungswert ebenso wie in den Verkaufszahlen (bisher zehn Millionen) gleichzog.

Bereits auf „El Loco“ (1981) experimentierte, das texanische Trio mit neumodischen Sounds. Auf „Eliminator“ ging es dann mit solchem Elan zur Sache, dass der Verdacht entstand, Frank Beard wäre von den Drum-Machines verdrängt worden. Doch seine glasklaren Beats und Dusty Hills pochender Bass sind die Grundlage für den Star: Gitarrist Billy Gibbons, der die verschrobenen Texte mit sanften Licks garniert, doch im Gegensatz zu schlechten Solisten nie übertreibt.

Es ist nicht nur Hardrock-Gehämmer. Da ist das elegische „I Need You Tonight“ und das Bassgeplänkel auf „Thug“. Aber es waren „Gimme All Your Lovin'“, „Sharp Dressed Man“ und „Legs“, die „Eliminator“ in die Stratosphäre schickten. Entscheidend waren Tim Newmans Videos, die ununterbrochen im brandneuen MTV liefen, wo man aus ZZ Top einen amüsanten Anachronismus inmitten von Autos und Mädchen machte. „Wir kamen zu der Einsicht, dass die Girls viel besser aussahen als wir“, erklärte Beard, „und dass sogar die Autos besser aussahen als wir.“

Und so geschah es: die kleine Band aus Texas wurde weltberühmt, „Eliminator“ wurde zum Klassiker – und alles war gut.

3 Gedanken zu “

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.