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The Mothers of Invention, We’re Only In It For The Money, 1968

Produzent/ Frank Zappa

Label/ Verve

Zappas vierte LP mit The Mothers war eins der einflussreichsten Alben des 20. Jahrhunderts und bestätigte ihn als genialen Visionär.

Es war aussergewöhnlich – abgehoben von seiner Zeit und heiss geliebt von den ersten angetörnten Hippies – obwohl es ihren Lebensstil mit seinen Symbolen mit ätzendem Humor in Frage stellte. Man denke nur an „Who Needs The Peace Corps?“ oder „Flower Punk“ – zur Melodie von „Hey Joe“. Man schaue sich das Cover an – eine aufgemotzte, surreale Persiflage von „Sgt. Pepper“, dem heiligen Gral der Rockmusik. Man denke über den dreisten Titel nach, zu einer Zeit, als man Musiker als Visionäre und Heilige pries.

Vor allen Dingen greift das Album jedoch in quälender Vorausahnung reaktionäre Sitten und nihilistische Politik in den Vereinigten Staaten an. Zappa singt eng verknüpfte und verführerisch eingängige Songs und fertigt die glasklare Momentaufnahme einer Gesellschaft, die zur Brutstätte imperialistischer Kriege, der Drogensucht und des Zusammenbruchs induvidueller und familiärer Werte geworden ist – man höre nur das launig angriffslustige „Mother People“ (Zappas Attacken auf diese autoritären Auswüchse wurden zum schrecklichen Omen, als 1970 zwei Studenten bei Antikriegsdemostrationen der Kent State University getötet wurden.) Keine Zweifel: diese Platte ist eines der besten Konzeptalben aller Zeiten.

3 Gedanken zu “

  1. „Aussergewoehnlich“ ist eine zutreffende Beschreibung dieses wirklich schraegen Albums!:-) Die Texte sind sicherlich bemerkenswert.

    Wohingegen mein Musikgeschmack eklektischer ist als dies vielleicht mein Blog erkennen laesst, bin ich zugegebener Weise mit Zappa nie so recht warm geworden. Seine Musik ist wohl eher ein „acquired taste.“

    Dies heisst allerdings nur bedingt viel – mir ging es vor vielen Jahren ganz aehnlich mit Led Zeppelin, die seit langer Zeit zu meinen absoluten Lieblingsbands gehoeren!

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    1. Frank Zappa war so „aussergewöhnlich“, dass er sich sein eigenes Adjektiv verdient hat: „zappaesk“. Der Mann selber war ja ein Gesamtkunstwerk: ein hageres, spitzbärtiges Musiker-Produzenten-Popstar-Patriarchen-Individuum, das es schaffte, die oft beschworene Synthese von Doo-Wop und Zwölfton-Musik, von europäischem E und amerikanischem U zu verwirklichen. Auch wenn er dazu nackt auf einer Toilette sitzen und staatsgefährdend dreinblicken musste.

      Die Zeiten sind längst vorbei, aber an diesem Mann gibt es noch vieles kennenzulernen. Nicht nur Led Zeppelin, auch Zappa hat gerne seiner Liebe zum Blues gefrönt, auch wenn er den, seinem Naturell entsprechend, meist witzig und satirisch gefasst hat.

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