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The Kinks, Face To Face, 1966

Produzent/ Shel Talmy

Label/ Pye

Das Cover des vierten Albums der Kinks gefiel Ray Davies nicht. „Eigentlich sollte die Hülle nicht bunt und farbig sein, sondern schwarz und stark, wie der Sound der LP“, erinnert er sich.

„Face To Face“ signalisierte einen neuen Ansatz für Ray, seinen Bruder Dave, Schlagzeuger Mike Avory und Bassist Peter Quaife. Es war das erste Mal, dass sie Monate an einer LP sassen und immer wieder Tracks überspielten. Auch war es die letzte LP mit Shel Talmy, dessen knallharten Methoden kaum zu den sauberenen Arrangements passten.

„Party Line“ beginnt im üblichen Rockstil, während „Dandy“ satirisch das „Swinging London“ beschwört (wie der frühere Hit „Dedicated Follower Of Fashion“). Es folgen ernsthaftere Lieder. Ray erkundet seinen fragilen Geisteszustand mit dem harfenlastigen „Too Much On My Mind“; „Sunny Afternoon“ driftet zivilisationsmüde auf einer wunderschön absteigenden Basslinie. „House In The Country“ und „Most Exclusive Residence For Sale“ passen in das Albumschema, vom Liedzyklus über die britische Gesellschaft. Doch der klischeehafte „typisch englische Touch“ zieht sich durch die gesamte Vielfalt der Musik und der Texte. „Holiday In Waikiki“ (Hommage an Chuck Berry) beklagt die Kommerzialisierung von Hawaii. „Fancy“ ist ein gefühlsintensives, von indischen Ragas inspiriertes Stück, während „Rainy Day in June“ mit Donnerschlägen und Mysterien aufwartet.

„Face To Face“ war kein grosser Erfolg, doch es war der Beginn der klassischen Periode der Kinks.

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