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Peggy Lee, Fever, 1958

Text/Musik/ Otis Blackwell, Eddie Cooley

Produzent/ Dave Cavanaugh

Label/ Capitol

Dass „Fever“ auf Peggy Lees Schreibtisch landete, ist ihrem damaligen Bassisten Max Bennett zu verdanken. Als Bennett den Song, mit dem R&B-Sänger Little Willie John 1956 einen Hit hatte, zum ersten Mal während eines kleinen Club-Auftritts hörte, dachte er, dieses Lied würde zu Lee passen. Die Sängerin war seiner Meinung. Nach einigen Änderungen im Arrangement, neuen Tonartwechseln und Textergänzungen – ohne Urheberrechtsschutz: „Ich habe einfach nicht daran gedacht“, sagte Lee 30 Jahre später zerknirscht – hielt Lee einen beachtlichen Hit in den Händen.

Die Wahl zwischen Johns Original und Lees weissgewaschener Neuinterpretation fällt nicht schwer. Johns raue Stimme klingt verzweifelter und er hat die grössere Begleitband. Lees Version hingegen ist geheimnisvoller, sinnlicher; begleitet wird sie nur von Shelly Manne am (mit der Hand gespielten) Schlagzeug, dem Fingerschnippen von Howard Roberts und am Bass nicht Bennett, sondern Joe Mondragon. Nachdem er Lee den Song vorgeschlagen hatte, wahrscheinlich spekulierte er auch seine dominate Basslinie zu spielen, verpasste Bennett die Aufnahmen, weil er mit Ella Fitzgerald auf Tour war.

Peggy Lees Cover liess das Original hinter sich und erreichte 1958 auf beiden Seiten des Atlantiks die Top Ten. „Fever“ sollte ihr Song werden, ein Lieblingslied des Publikums, das im Laufe von vier Jahrzehnten ihre Konzerte besuchte. Denn vielleicht interessantesten Post-„Fever“-Karrierebogen schlug Bennett, der Berufsjazzer, der sich später als E-Bassist neu erfand und über zehn Jahre danach auf Rock-Klassikern wie Frank Zappa „Hot Rats“ und „Chunga’s Revenge“ oder Joni Mitchell „The Hissing of Summer Lawns“ zu hören war.

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