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The Beach Boys, The Beach Boys Today!, 1965

Produzent/ Brian Wilson

Label/ Capitol

„The Beach Boys Today!“ ist die perfekte Beach-Boys-LP. Das Album ist gleichmässig aufgeteilt in sorgenfreien Flirt-Pop und dramatische Balladen, die von Phil Spectors Girl Groups inspiriert waren. Man kann sogar behaupten, dass die Scheibe besser als „Pet Sounds“ ist – denn vom Selbstmitleid, der beim späteren Album stört, ist hier nicht zu finden.

Die Aufnahmen fanden statt, nachdem Brian Wilson kurz davor auf Tournee gestresst zusammengebrochen war. Trotzdem beginnt die Platte mit einem der ausgelassensten Songs, den die Band je gespielt hat. Nach den ersten gedämpften Versen von „Do You Wanna Dance?“ dreht Brian beim ersten Refrain die Lautstärke auf und der Swing der 60er Jahre macht einfach Spass. Auch der Rest der A-Seite ist reine Partylaune: „When I Grow Up“ war Wilsons bis dahin reifste Komposition; „Help Me, Ronda“ war die Frühfassung der später viel gefeierten Single (dann mit einem zusätzlichen „h“ im Titel).

Doch bei der B-Seite lecken sich Kenner die Lippen. Die fünf Balladen sind grossartige, persönlich-feinfühlige und verletzliche Liebeslieder, völlig anders als der gesamte Pop der damaligen Zeit. Sie bilden die Vorlagen für „Pet Sounds“ mit „Please Let Me Wonder“ und „Kiss Me, Baby“, wobei dieser Song ebenso gut ist wie „God Only Knows“.

Zum ersten Mal hatten die Beach Boys die Beatles und die Stones überholt. Es begann ein zweijähriger Kampf um die Vorherrschaft, der mit einem weiteren Zusammenbruch von Brian Wilson enden sollten – und mit dem Abruch der Aufnahmen für „Smile“. Man erinnert sich wohl besser an dieses Album.

4 Gedanken zu “

    1. Ich war nie ein grosser Beach Boys Fan, aber ihr kalifornischer Surf-Pop ist aus den Sechziger einfach nicht wegzudenken. Der Song „Do You Wanna Dance“ wird vom Schlagzeuger Dennis Wilson gesungen. Er war der einzige Wellenreiter unter den Beach Boys. Er feierte sein Popstar-Dasein als ewige Strandparty, exzessiv und zügellos. 1983 ertrank er im Yachthafen von Los Angeles.

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  1. Ein gutes Album mit einigen der großen Hits der Beach Boys. Generell waren es Brian Wilsons irre Chorgesänge, die mich in erster Linie beeindruckt haben, weniger die Musik der Band, die eher simpel ist und sich oft wiederholt, insbesondere bei den frühen Nummern.

    Wohingegen „Pet Sounds“ sicherlich kein schlechtes Album ist, habe ich die große Aufmerksamkeit, die es unter den Kritikern bekommen hat, nie so recht verstanden. Da finde ich Sgt. Pepper wesentlich eindrucksvoller in jeder Beziehung, wenngleich ich als großer Beatles-Fan hier sicherlich nicht ganz neutral bin!

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    1. „Pet Sounds“ war bis Ende der sechziger Jahre kaum ins kontinentale Bewusstsein vorgedrungen. Die Beach Boys waren Surf, Sand und Sonne, längstgestreifte Hemde und Bikini-Tanz. Während die Beatles schon längst bei „Sgt. Pepper“ waren, erreichte uns von „Pet Sounds“ nur die alberne Single „Sloop John B“. Das mit dem „grössten Album aller Zeiten“ ist dokumentarischer Irrsinn, aber im Erscheinungsjahr 1966 klang „Pet Sounds“ bestimmt revolutionär.

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