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Led Zeppelin III, 1970

Produzent/ Jimmy Page

Label/ Atlantic Records

Den Begriff Heavy Metal gab es 1970 noch nicht. Leute, die Musik solcher Bands wie Deep Purple hörten, waren möglicherweise durch den lauten, aggressiven Sound von Led Zeppelin in diese Spur gebracht worden – und heute gelten Led Zep genauso als Wegbereiter des Metal wie Deep Purple und sind gleichzeitig für den an Thrash geschulten Metal-Head eher ein historisches Blues-Phänomen als ernsthaftes „Metall“. Damals hatten sie mit ihren ersten Alben allerdings die Grenzen der Härte und Lautstärke weit voran getrieben.

Nach diesen ersten beiden – in wenigen Tagen aufgenommenen Alben – liessen sich Led Zeppelin für ihr drittes Album etwas mehr Zeit. Man suchte im ländlichen Wales neue Ideen und heraus kam ein stilistisch vielfältiges Album. Die Band orientierte sich am akustischen Sound von Crosby, Stills, Nash & Young, liessen Folkmusik einfliessen, verbeugten sich vor Roy Harper und versuchten ganz einfach (klugerweise) musikalisch zu wachsen.

Selbst ein Rocker wie der galoppierende „Immigrant Song“ stürmt nicht einfach drauflos, „Celebration Day“ hat ein seltsam psychedelisches Slide-Solo, Songs wie „Bron-Y-Aur Stomp“ und „Gallows Pole“ sind erkennbar tief in britischem Folk verwurzelt, eine Richtung in der Led Zeppelin noch weiter experimentieren sollten. Und dann war da noch „Tangerine“ einer der besten Songs der Band, bei dem sie Westcoast-Sounds mit ihrem krafvollen Sound vereinten. Es gab mit „Since I’ve Been Lovin‘ You“natürlich noch den Blues, der für sie die Basis und Startpunkt gewesen war. Fans und Kritiker jedoch waren zunächst verwirrt, nach kurzer Zeit jedoch erkannten alle III als das was es ist: Eines der besten Alben von Led Zeppelin.

3 Gedanken zu “

  1. Ein Stück, dass auch gut die Stimmung der Zeit auffängt, einer Zeit, in der Bands noch nicht eindeutig einer Schublade zugeordnet waren und die es deshalb auch möglich machte, dass eine Platte anders klang, als ihre Vorgänger, ohne gleich zum Ladenhüter zu werden.

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    1. Total anders als die beiden Vorgänger. Der Folk-Einfluss ist prägnant; „Gallows Pole“, „Bron-Y-Aur Stomp“ und „That’s the way“ sind gute Beispiele hierfür! „Tangerine“ ist eine wunderschöne, gefühlvolle Ballade aus alten Yardbirds-Zeiten. „Since i’ve been loving you“ ist ein fantastischer Blues, der vorallem Live brilliant war. Und mit „Immigrant Song“ und „Celebration Day“ sind auch zwei brilliante Rocker dabei… Das Album ist so farbig und abgefahren wie sein Cover-Artwork!

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