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The Byrds, Eight Miles High, 1966

Text/Musik/ The Byrds

Produzent/ Allen Stanton

Label/ Columbia

Die erste Tour der Byrds durch Grossbritannien 1965 war ein Reinfall. Die Erwartungen waren unerreichbar hoch: The Byrds waren dummerweise als die „amerikanischen Beatles“ angekündigt worden. Die Beatles selbst hatten die Byrds zu ihrer Lieblingsband erklärt, aber ihr Markenzeichen kalifornischer Coolness – ewiges Instrumentenstimmen auf der Bühne – und ihr irgendwie teilnahmsloses Auftreten trafen nicht den Geschmack des Publikums.

Doch der Kulturschock, den die Band erfuhr, war für etwas gut: Er manifestierte sich in „Eight Miles High“, einer der aussergewöhnlichsten Singles, die je veröffentlicht wurden.  Der Text ist eine Momentaufnahme aus dem Herzen dieser turbulenten Tour und spart auch Swinging London und Rivalitäten innerhalb der Band nicht aus („Nowhere is there warmth to be found/ Among those afraid of losing there ground“.)

Musikalisch macht „Eight Miles High“ deutlich, warum die Beatles die Byrds so schätzten. Nach einem ominösen Bassintro legt Roger McGuinn auf seiner 12-saitigen Rickenbacker mit dem berühmten Riff los, das in eine holpernde Flut von Tönen übergeht. Jazzgenie John Coltrane ist hier klar als Vorbild zu erkennen, vorallem sein Track „India“ (1963). Weniger bejubelt, aber ebenso essentiell ist Michael Clarkes grossartiges Schlagzeug, vorallem der Einsatz der Becken.

Pech für die Byrds, dass das Radio damals Songs mit Anspielungen auf Drogen nicht duldete. „Eight Miles High“ wurde in den USA verboten, obwohl der Song ziemlich beliebt war.

3 Gedanken zu “

  1. Wonderful! I liked the Byrds a lot too! Saw Roger McGuinn in Madrid recently at the Joy Eslava, a few years ago, I think in june 2009. Admirable. My friend and I were sitting on the floor right at his feet so close that we could have even touched his boots and he looked down at us surprised and satisfied when he realized we were singing along „You Ain’t Going Nowhere“ and we knew every word of it :LOL:

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  2. Bei „Eight Miles High“ kriege ich schlicht eine Gaensehaut, was fuer mich ein unmissverstaendliches Zeichen eines Klasse Songs ist, ohne jetzt ueberheblich klingen zu wollen!

    Neben dem unglaublich schoenen mehrstimmingen Gesang der Byrds bin ich als Hobbygitarrist insbesondere von Roger McQuinns 12-saitiger Rickenbacker angetan. Jedes Mal wenn ich diesen brillianten Sound hoere, wuenschte ich mir ich haette eine solche Gitarre und wuesste sie zu spielen.

    Ich habe immer nur auf 6-saitigen Gitarren gespielt. Ich bin mir von daher nicht sicher ob ich eine 12-saitige Gitarre ueberhaupt richtig stimmen koennte. Trotzdem haette ich nichts dagegen eine 12-saitige Rickenbacker zu besitzen! Dies gilt allerdings auch fuer die Hammond B-3/C-3 und viele andere Instrumente, an denen ich mich kaum sattsehen kann! 🙂

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    1. Die Byrds pflegten ja in den späten 60er Jahren „Eight Miles High“ als kollektive Improvisationen und Bass-Schlagzeug-Duette auf der Basis der Bass-Figur endlos in die Länge zu ziehen. Ich selbst bin kein besonderer Liebhaber von Rickenbacker Gitarren, aber der JingleJangleSound kommt natürlich erstklassig zur Geltung bei Songs wie „Ticket to Ride“ (Beatles), „Mr. Tambourine Man“ (Byrds), „Listen to Her Heart“; (Tom Petty), „Fall on Me“; (REM), oder “Back on the Chain Gang“; (Pretenders). Das Stimmen einer 12-Saiten-Gitarre geht übrigens nicht anders als bei einer normalen 6-saitigen Gitarre. Die Töne bleiben also E-A-D-G-H-E , mit dem Unterschied bzw. dem Zusatz, dass zu den ersten vier Saiten jeweils eine Oktave hinzugefügt wird. Die H-Saite und die E-Saite werden allerdings nicht durch eine weitere, dünnere Oktavsaite tonal vermehrt, sondern einfach verdoppelt.

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