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The Rolling Stones, Paint It Black, 1966

Text/Musik/ Mick Jagger, Keith Richards

Produzent/ Andrew Loog Oldham

Label/ Decca

Die zehnte Single der Stones – Nr.1 auf beiden Seiten des Atlantiks – warf einen bemerkenswerten Schatten auf den sonnigen Optimismus der Popmusik des Jahres 1966. „Paint It Black“ ist Blues, aber nihilistischer als alles, was die Band zuvor hervorgebracht hatte. Mick Jaggers Text „Ich muss das Gesicht abwenden, bis meine Dunkelheit verschwindet“ bezieht sich auf James Joyces Roman „Ulysses“ und nimmt den Tod eines geliebten Menschen als Katalysator für eine völlig verzweifelte, hoffnungslose Weltsicht. „Es ist wie das Anfangsstadium miserabler Psychedelica“, urteilte Jagger später. „Da haben die Rolling Stones etwas in Gang gesetzt.“

Die bei weitem stärkste musikalische Ausstrahlung hat hier die Sitar von Brian Jones. Sie hat etwas Verwirrendes, leicht Bedrohliches an sich, und durch sie ist der Song ein viel erfolgreicherer Ausflug ins Psychedelische als die durchwachsene LP „Their Satanic Majesties Request“ aus dem Jahr 1967. Die Aufnahmesession hätte nirgendwohin geführt, hätte Jones sich nicht das exotische Instrument geschnappt und angefangen, ihm Töne zu entlocken. „Wir haben’s mit funky Rhythmen probiert, und es hat funktioniert“, so Richards später; „er hat angefangen Sitar zu spielen und alle sind eingestiegen.“ Jones zauberte gekonnt einen hypnotischen Drone, und am Ende doppelte Bill Wyman seinen Bass mit den Basspedalen der Orgel.

Scheppernder Garagenpunk – Charlie Watts Drums pochen unerbittlich wie Migräne – gepaart mit abgrundtiefer Trauer. „Paint It Black“ ist das mitreissendste Requiem des Pop.

3 Gedanken zu “

    1. „Paint It Black“ ist und bleibt ein grossartiger Song. Es war natürlich die von Brian Jones gespielte Sitar (die eigenartige Melodie ist auf der arabischen Tonleiter aufgebaut) die diesen Song zu einem absoluten Klassiker machte.

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