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Neil Young And Crazy Horse, Rust Never Sleeps, 1979

Produzent/ David Briggs, Tim Mulligan, Neil Young

Label/ Reprise

1979 feierte Neil Young die Tatsache, dass er die Siebziger intakt und integer überlebt hatte. „Village Voice“ nominierte ihn zum „Künstler des Jahres“ und bestätigte ihn so als einen der wenigen Stars seiner Ära, neben Dylan und Van Morrison, dem ein erfolgreicher Wandel gelungen war.

Young verfolgte die Solokarriere an zwei Fronten. Ein Film mit dem Titel „Rust Never Sleeps“ hatte im Juli 1979 Premiere, mit Szenen von einem Konzert in San Francisco, aber das gleichzeitig veröffentlichte Album mit dem gleichen Titel war interessanter. Auf der akustischen A-Seite spielte Young alleine, auf der elektrischen B-Seite unterstützte ihn Crazy Horse. Die LP wird umrahmt von Variationen des Liedes „My My, Hey Hey“ über vergänglichen Ruhm und wurde zur Legende, nachdem Kurt Cobain es in seinem Abschiedsbrief zitierte.

Zu den akustischen Höhepunkten gehört „Pocahontas“, inspiriert von Sacheen Littlefeathers Auftritt bei den Academy Awards, wo sie von Marlon Brando als Stellvertreterin beauftragt in seinem Namen den Oscar für die Hauptrolle in „Der Pate“ zurückwies. (Young hatte die Auslöschung der Indianer auf „Broken Arrow“ thematisiert.) „Trasher“ kommentiert die Beziehung zu Crosby, Stills und Nash.

Die vier Nummern auf der B-Seite waren live aufgenommen, doch die Reaktionen des Publikums wurden herausgeschnitten. Die Western-Story „Powderfinger“ macht den Anfang, zum Schlusss kommt der zweite Teil des Leitmotivs mit dem Titel „Hey Hey My My (Into The Black)“.

6 Gedanken zu “

  1. Gibt wenig Songs mit mehr unterschwelliger Gewalt als „Powderfinger“. Wofür Peckinpah, Cimino und Co. Stunden in ihren Filmen brauchten, hat Young in einer Fünfeinhalb-Minuten-Nummer untergebracht.
    Große Platte, keine Frage, eine seiner stärksten – selbst Indie-Helden wie Nikki Sudden und Epic Soundtracks haben sich immer wieder auf diese Scheibe berufen, die Feelies in ihrer Inkarnation als Yung Wu als alte Neil-Young-Fans sowieso.

    Gefällt 1 Person

    1. Wenn ich versuche das auf eine einzige Gefühlsdimension zu reduzieren, dann ist „Powderfinger“ für mich wie der Hubschrauberangriff in Coppolas „Apocalypse Now“ – grauenvoll und aufregend zugleich. Der junge Mann kann nichts anders, als die Kugeln anzustarren, die auf ihn eindringen. Aber Youngs Texte sind ja nicht nur Warnungen, sie bieten auch Kraft und Hoffnung. „Der Rost schläft nie“ ist wahrscheinlich ein perfekter Grabspruch; es kann aber auch als ein Aufruf zum Handeln dienen.

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