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The Pogues, Rum, Sodomy & The Lash, 1985

Produzent/ Elvis Costello

Label/ Stiff

„Rum, Sodomy, And The Lash“ ist ein Werk von rauher Schönheit. War das Debüt „Red Roses For Me“ noch überproduziert und vertraute zu sehr auf trunkene Metaphern, so strotzte die zweite LP vor Leidenschaft, Poesie und Energie.

Ausgelöst wurde der Übergang vom Produzenten Elvis Costello, der dem Kneipensound ein luftigeres Umfeld verschaffte. „Wild Cats Of Kilkenny“ und „Sally MacLennane“ dröhnen wie Schlägereien zwischen den Sex Pistols und den Dubliners – nach Unmengen Guiness: die perfekte Fusion von irischer Folktradition und Aggression.

Costello – der die Bassistin Cait O’Riordan im folgenden Jahr heiratete – schrieb später, dass sein Job darin bestanden hätte, sich zurückzulehnen und die Pogues „in ihrer ganzen verfallenen Glorie einzufangen, bevor ein professioneller Produzent sie versaute.“

Aber das Album ist mehr als ein Sammlung rauhbeiniger Liedchen. Die Texte des Sängers Shane MacGowan hatten sich dramatisch verbessert. Mit wenigen genuschelten Sätzen, malt er eine mitreissende Galerie des Abschaums und der Aussenseiter. Auf „The Old Main Drag“ erzählt er vom langsamen Zusammenbruch eines Strichjungen in London. Die wehmütige Ballade “ A Pair of Brown Eyes“ kommt aus einer anderen Perspektive: hier spricht ein verkrüppelter Kriegsveteran.

„Rum, Sodomy, And The Lash“ erschien im gleichen Jahr wie der Millionenhit „Brothers In Arms“ von den Dire Straits. Damals klang die LP herrlich deplaziert. Die struppige Majestät der Platte begeisterte auch Tom Waits, der die Schatzinsel-Dekadenz der Gruppe faszinierend fand.

5 Gedanken zu “

  1. Ich stelle fest, Du hast auch die Costello-Biografie gelesen ;-)))
    „Rum, Sodomy & The Lash“ war mit das Beste, was man sich 1985 antun konnte.
    Neben „If I should fall from Grace with God“ ihre beste Arbeit, und doch zum rauhen Chaos eines Pogues-Konzerts in jenen Tagen nur die halbe Miete.

    Gefällt 1 Person

    1. Auch ich halte „Rum, Sodomy And The Lash“ für die beste Platte der Pogues. Das liegt nicht zuletzt an der Produktion von Elvis Costello, der die losen Enden der Band miteinander verknüpft hat. Hier ist irische Volksmusik pur: schnelle, fröhliche, nach Whisky und Bier stinkende Lieder und langsame, melancholische Balladen, die in ihrer Einfachheit allein durch Gesang und Stimmung überzeugen. Bei „If I Should Fall From Grace From God“ wurde die Produktion breiter angelegt und das Songwriting und die Instrumentalisierung ausgefeilt. Das Album war der (kommerzielle) Höhepunkt der Pogues, danach ging es für die symphatischen Jungs leider nur noch bergab.

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  2. It’s not least Elvis Costello’s work, which makes that album so good. Some wonderful songs have been part of Irelands Heritage. There is also a nice Australian folk song as final track.

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