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Led Zeppelin IV, 1971

Produzent/ Jimmy Page

Label/ Atlantic

„Led Zeppelin IV“ beflügelte unzählige Luftgitarristen und lieferte praktisch die Definitionen für Hard Rock und Heavy Metal. Zu den Quellen gehörten Folk, Bles, Rock’n’Roll und sogar Psychedelia. Doch die LP war auch der Sound einer Band, die sich auf Mega-Auftritte vorbereitete.

Riff-getriebene Tracks wie „Black Dog“ und „Rock And Roll“ werden ergänzt durch meditative Stücke wie „Misty Mountain Hop“ und „Going To California“. „Stairway To Heaven“ enthüllt die wachsende Obsession der Band für okkulte und mythologische Themen (es tauchten gar Gerüchte auf, dass beim Rückwärtsspielen satanische Botschaften zu hören seien). Die Performance von Jimmy Page – insbesondere die Soli auf „Stairway To Heaven“ beeinflusste Legionen von Rockbands.

Der geheimnisvolle Nimbus der LP wurde durch die Plattenhülle noch verstärkt, denn man sucht vergeblich nach dem Namen der Band oder dem Titel der Platte.

Dennoch leidet die Scheibe gelegentlich unter Überheblichkeit. Während „Led Zeppelin III“ hauptsächlich akustisch bescheiden auftrat, so zeigt sich die Band auf „Led Zeppelin IV“ von ihrer majestätisch-ausschweifenden Seite. Mit diesem grandiosen Sound wurde sie leichte Zielscheibe für „spöttische“ Kritik. Innerhalb von fünf Jahren hatte Punk Rock den Heavy Rock verdrängt und damit die Sterbeglocke für Bands wie Led Zeppelin eingeläutet. Doch das lag noch weit in der Zukunft. „Led Zeppelin IV“ präsentiert die Musiker auf der Höhe ihrer Karriere – was sie offensichtlich in vollen Zügen geniessen.

10 Gedanken zu “

    1. Black Sabbath hatten in den frühen Siebziger (heruntergestimmte Gitarren, viel Bass und extrem langsame Tempi) einen recht nachhaltigen Einfluss auf den Heavy Metal, aber es waren Led Zeppelin die diese Rock-Version zu einer totalitären Stadion-füllenden-Version gemacht haben.

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      1. Hinsichtlich Stadion-füllend bin ich dabei, Zeppelin (wie auch Deep Purple) waren mir aber immer noch zu sehr im Blues verhaftet, als dass sie wirklich für den Metal späterer Jahre (oder gar in seinen heutigen Ausprägungen) stilbildend gewesen wären, eher noch für die ganzen Grunge-Rocker der Achtziger und Neunziger.

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      2. Es gibt ja sehr viele Formen von Metal, für den sogenannte Doom- oder Drone-Metal ist der Begriff Heavy Metal auf Led Zeppelin angewandt bestimmt falsch, aber wenn es um Leidenschaft, Aura und Können geht, nahmen Led Zeppelin das Lebensmotto der Schwermetaller schon im Jahr 1969 vorweg.

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  1. Als alter Fan von Deep Purple und Led Zeppelin faellt es mir schwer zu entscheiden, ob „Machine Head“ oder „Led Zeppelin IV“ das definitive 70er Hard Rock Album ist. Beide Scheiben sind auf ihre Weise genial. Wer braucht schon Black Sabbath? Just kidding!

    Witzigerweise war ich seinerzeit entsetzt, als ich „Stairway“das erste Mal in voller Laenge hoerte. Im Radio wurde der Song staendig in der Uebergangsphase zum Heavy Metal Teil ausgeblendet. Ich hatte kurz zuvor damit angefangen, klassische Gitarre zu lernen und war total begeistert vom akustischen Teil des Stuecks. Als ich dann das Heavy Metal Ende endlich hoerte, konnte ich es kaum fassen, wie eine Band ein solch wunderschoenes Stueck „dermassen ruinieren“ konnte! Nun ja, ich war damals noch ein bisschen juenger! 🙂

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    1. „Stairway to Heaven“ wurde bestimmt tausend -, nein, millionenfach von Gitarrenschülern gespielt. Die Melodie ist weltbekannt und darf inzwischen abgedroschen genannt werden. Für Jimmy Page ist dieser Song der Meilenstein für Led Zeppelin. Für Robert Plant jedoch ist er eher ein Hochzeitslied. „Stairway To Heaven“ war auch lange auf der Hitliste bei Beerdigungen und Trauerfeiern. Mein Lieblingssong auf „Led Zeppelin IV“ ist übrigens „ The Battle Of Evermore“. Robert Plant und Sandy Denny bewegen sich durch die Harmonien wie Elfen in einem verzückten Blumentanz. Entrückt, rauschaft, wundervoll.

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      1. „Evermore“ ist ein absoluter Knaller und sicherlich ein Highlight von Zeppelins akustischen Stuecken!

        Ich habe gerade eben noch einmal nachgeschaut, wer hier was spielt. Faelschlicherweise hatte ich immer geglaubt, dass Page die akustische Gitarre und die Mandoline spielt, aber es John Paul Jones an der Akustikgitarre – ein wahrer Multiinstrumentalist!

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      2. In einer Szene des Films „It Might Get Loud“ steht Jimmy Page vor dem Gemäuer Headley Grange in England und spielt auf der Mandoline „Battle Of Evermore“. Page wiegt sich und zieht beim Spielen typisch linkisch seine Schultern hoch – da sieht man das Eckige, Ekstatische, das auf magische Art auch in dem Lied selbst steckt.

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