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John Hiatt, Dirty Jeans and Mudslide Hymns, 2011

Produzent/ Kevin Shirley

Label/ New West

„Dirty Jeans and Mudslide Hymns“ ist John Hiatts zwanzigstes Studioalbum. Neue Erkenntnisse wird man darauf kaum gewinnen, was nicht erstaunt. Hiatt hat sein musikalisches Vokabular mit „Bring the Family“ abgesteckt – ein Terrain irgendwo zwischen Country, Soul und Rock. Was das Album von 1987 und das Folgewerk „Slow Turning“ speziell gemacht hatte, waren Hiatts Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, Themen wie Alter und Alkoholismus in kompakten Rocksongs anzusprechen. Daran hat sich in der Zwischenzeit wenig geändert: Jedes der folgenden Alben war ein weiteres Kapitel seines Lebensberichts. Die Qualität blieb gleich, dafür wechselte die Verpackung: Einmal erlebte man ihn akustisch begleitet, einmal in einer Band mit drei Grunge-Gitarren, einmal im klassischen Rock-Quartett. Der Sänger suchte stets nach einem neuen Sound-Kleid.

Das Album „Dirty Jeans and Mudslide Hymns“ von 2011 ist eines seiner besten. Der Mann, der es aufgleiste, ist der Produzent Kevin Shirley. Es kursiert die Geschichte, dass Shirley sich um die Mitarbeit bei Hiatt mit der Begründung beworben habe, er wisse eben, was der Sänger suche und brauche. Recht hat er. Es gelingt ihm, Hiatts Lieder und seine quengelige, nasale Stimme in eine geschmackvolle Umgebung zu stellen, ohne der Musik die Dynamik zu nehmen. Die Arrangements sind aufmerksam, dienen den Texten und dem Sänger, elektrische Gitarren schwer wie Gewitterwolken treffen auf watteweiche akustische Gitarren, Mandolinen und Akkordeon fügen Farbtupfer bei. Ist es ein Album von Kevin Shirley? Mitnichten: Hiatt schreibt immer noch packende Songs, wirkt gut bei Stimme, vor allem aber auch glücklich. Nebst dem obligaten Song über das Auto („Detroit Made“) und bewegenden Songs über das Hochwasser („Down Around my Place“) finden sich hier gleich zwei Lieder, die der Frau gewidmet sind, mit der er in dritter Ehe seit einem Vierteljahrhundert verheiratet ist. Diesen Songs mag die Dringlichkeit derjenigen von Ende der achtziger Jahre abgehen, das Album bleibt insgesamt aber ein rundum gelungenes.

7 Gedanken zu “

      1. I go way back with John. So many good albums. I see you have a piece with Ry Cooder (Which I will get too). Are you familiar with ‚Little Village‘ the band Hiatt, Cooder were in together with Nick Lowe and Jim Keltner? Good album. You are really featuring some great artists.

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      2. Thank you CB! Yes, I know Little Village, they are similar to the Traveling Wilburys: four cracks who are more than the sum of their parts; professionals who have fun and just shake the riffs out of their sleeves. Ry Cooder is a good guitar player. I like his early stuff, it has wide spectrum of Blues, Tex-Mex und Reggae.

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