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Talking Heads, Fear of Music, 1979

Produzent/ Brian Eno, Talking Heads

Label/ Sire

„Fear of Music“ ist die dritte Platte der Talking Heads, dieselbe Besetzung wie vorher auf „More Songs About Buildings And Food“ (1978) plus Brian Eno wieder als Produzent und Robert Fripp, Gitarre in einem Stück. Elf Songs, von denen sieben nur aus einem Wort bestehen: „Air“, „Animals“, „Cities“, Drugs“, „Heaven“, „Mind“, „Paper“ – das ganze Leben, oder?

Der erste Titel auf der ersten Seite „I Zimbra“ ist eine Vertonung eines Dada-Gedichts von Hugo Ball. Ein überdrehtes Disco-Stück mit Congas und overdubbten Gitarren, sehr avantgardistisch, aber tanzbar. Alle anderen Songs hat David Byrne selbst geschrieben, obwohl „Drugs“ sehr von Eno beeinflusst ist, ein kaputtes sphärisches Stück. „Animals“ ist hart, böse und hypnotisch, lässt „Psychokiller“ weit hinter sich. In „Electric Guitar“ schwillt David Byrnes Stimme zu hymnischer Musik, ähnlich wie in „First Week… Last Week… Carefree“ vom ersten Album, aber kompromissloser.

Dann gibt es aber auch noch ein paar weichere Songs, die die Tradition verfremdeter „Country-Music a la „The Big Country“ fortsetzen, zum Beispiel „Air“. „Live During Wartime“ ist wohl der musikalische Höhepunkt der Platte. Da ist David Byrne unübertroffen: „This ain’t no party/ This ain’t no disco/ This ain’t no fooling around/ This ain’t no mudd club/ or C.B.G.B./ I ain’t got time for for rhat now.“

„Fear of Music“ war damals Musik für die Zukunft; eine musikalische Weiterentwicklung der amerikanischen New Wave an Funk und Disco. Avantgarde aber tanzbar; intellektuell aber eingängig: „there’s a party in my mind… and it never stops.“

7 Gedanken zu “

    1. Früher habe ich David Byrne wegen seiner Texte geschätzt, so anders und was für ein Denker. Heute halte ich die Talking Heads trotz einiger schlechter Platten für fähige amerikanische Musiker. „Fear of Music“ ist eine schöne Platte, noch nicht dieser Weltmusik-Pop, den die Heads-Fans später in sie hineinhalluzinierten.

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  1. Hm. Die hatte ich mal. Izimbra, live during… und heaven – waren die 3 Bringer, der Rest klimperte irgendwie durch. Ich kann auch nicht erklären, warum mir da zu wirklicher Begeisterung immer ein Stück fehlte.
    Heaven wurde von Joachim Witt genial eingedeutscht. Auf der „Silberblick“. Damals konnte er noch reimen.
    Naja. Hab per Tausch Bowies Scary Monsters für die Fear of Music bekommen. Ich denke, das war gut so.

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    1. Eine intellektuell abgescheckte Affirmation ist im nachherein immer problematisch; denke hier z.B. an die Grateful Dead, die ich am Anfang immer schätzte für das, was sie versprachen, um eben das später abzulehnen, und statt dessen ihre Musik zu begreifen und zu lieben, um schliesslich zu wissen, dass beides zusammengehört. Und so wie die Hippiehaftigkeit der Grateful Dead heute nicht mehr zur Diskussion steht, lässt sich auch mit der damals als neuartig bejubelten Postmodernität der Talking Heads umgehen. Es gibt zwar unveränderbare Merkmale, die man von seiner Jugend-Prägung ein Leben lang behält, und diese Prägungen kann man niemandem vorhalten, höchstens wie er damit umgeht. Um so leichter fällt es mir heute zu sagen, dass die Talking Heads Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger gute, neuartige Songs gemacht haben, mit lebendigen Ideen, die später von gewissen neuen Bands übernommen wurden.

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      1. Jepp. So kann mans sehen. Die Neuartigkeit der späten 70er verkörpern für mich nur eher Pere ubu bzw. so einige heute gern übersehene Beiträge der (bösen und deshalb oft verschwiegenen) NDW, weil eben deutsch und somit näher an mir selber.

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