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Jefferson Airplane, 2400 Fulton Street, 1987

Label/ RCA

Jefferson Airplane waren zwischen 1966 und 1971 eine der besten Bands Amerikas. Ob sie nun neben den Stooges, MC5, neben den Grateful Dead und Byrds, neben Love und Beach Boys, neben den Seeds und Doors stehen, ist im Prinzip egal. Zurecht sind auch Bands wie die Earth Operas, Pebbles oder Nuggets vergessen, während die Jefferson Airplane auch heute noch in guter Erinnerung sind.

„Hi, Friends! You have seen the heavy groups, now you will see morning-maniac-music! Believe me! It’s a new dawn… Good Morning People!“ Diese Ansage von Grace Slick zum Auftritt der Band zum Woodstock-Festival wurde damals von vielen als direkten Aufruf zum Umsturz aller politischen Lebensverhältnisse gedeutet, heute wissen wir, dass sich die Zeile “It’s a new dawn“ der Tatsache verdankt, dass Jefferson Airplane bei diesem Festival um sieben Uhr morgens dran waren. Dass der darauffolgende Revolutionssong „Volunteers“, der auf diesem hervorragenden Compilation-Album dankenswerterweise in seiner chaotisch-inspirierten Woodstock-Version drauf ist, ursprünglich von einem Müllbeseitigungsunternehmen namens „Volunteers of America“ handelt, bis Paul Kantner, der selbsternannte Anarchistenführer, die Zeilen „Gotta revolution, gotta revolution“ hineinkorrigierte.

Die Jefferson Airplane bestand aus drei profilneurotischen Egos, die sich ums Mikrophon drängten: Grace Slick (Sex, Drogen und James Joyce gibt Revolution), Paul Kantner (junge vom FBI gesuchte Bürgermeistertöchter und Hymnen gibt Revolution) und Marty Balin ( unabhängige, sehr kluge Mädchen und Soul gibt vielleicht Revolution), dann eine coole Band mit Jorma Kaukonen ( einmalig knarzige Gitarre, immer den Blues gegen aufgescheuchte Drogenhymnen einsetzend), Jack Cassady ( supervoluminöser Bass), sowie einem exzentrischen Drummer mit Hang zu Experimenten, dazu gehörten als beste Freunde der Epoche David Crosby, Jerry Garcia und Nicky Hopkins, die oft und gern, gefragt und ungefragt bei Sessions mitspielten.

„2400 Fulton Street“ ist ein optimaler Einstieg in das Schaffen dieser Band, von der trotz/wegen aller Grossartigkeit drei Sätze in die Geschichte eingehen werden: „You are the crown of creation“, immer die Klientel zu grossen, schönen, menschenfreundlichen Selbstüberschätzung ermutigend. „All your private property is target of your enemy“, sowie schliesslich die prophetisch geahnte Wahrheit: „This generation has no destination at all.“

Darby Slick, der mit seinem Bruder Jerry und dessen damaliger Ehefrau Grace die Band The Great Society führte, für die er den Song „Somebody To Love“ schrieb, den Grace nach der Trennung zu ihrer neuen Band mitnahm, wo er ein grosser Hit wurde, erhält jedenfalls bis heute seine Tantiemen-Checks.

5 Gedanken zu “

    1. Alles Politische in den Liedern aus dem „Summer Of Love“ lässt sich heute schlecht reproduzieren, aber die Jefferson Airplane haben ein paar verspielte, akzeptable und gute Sachen gemacht, die auch heute noch positiv überraschen.

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  1. Oh Hotfox – Du sprichst mir aus der Seele – und ich lege sie manchmal für mich gaaanz alleine auf und sehe diese für mich Jüngling unerreichbare und schöne Frau und träume mich in die Pubertät zurück… Das geht mit denen!!

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