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Professor Longhair, House Party New Orleans Style, 1987

Producer/ Allen Touissant

Label/ Zensor

Das sind die 1971,1972 gemachten, verlorenen Aufnahmen, die unmittelbar nach dem Comeback des Mannes in Memphis und Baton Rouge entstanden. Wir haben ja schon viel davon gehört, wie toll und total anders New Orleans sein soll, und die Musik hat uns immer gefallen (Dr. John, Allen Touissant). Dieser Musik haftet nun eher etwas Entrückendes, Wegmeditiertes, um nicht zu sagen Altersbekifftes an, als die berühmte Vitalität. Der sogenannte Professor spielt swingende Debilfiguren solange und so gleichmässig, bis bei Dir irgendwelche Filme im Kopf ablaufen. Und die Töne, die er auf dem Klavier findet, klingen, als hätte John Cage die Saiten präpariert. Das Schlagzeug ( mal Shiba, mal Joseph „Zigaboo“ Modeliste) setzt den montonen Figuren der linken Hand des Professors komplizierteste Polyrhythmik entgegen. Auf dem Cover sitzt Lightnin Hopkins und lässt uns durch seine Sonnenbrille wissen, dass er den im Vordergrund ein braun-gelb-rosa-hellgrünes Free-Jazz-Hemd vorstellenden Professor zu geniessen weiss. Natürlich ist das hier alles im weitesten Sinne Blues und New Orleans, aber so abgeklärt spacy und luftig und unauffällig hierhin und dorthin und zu Mozart-Kadenzen und bekannten Volksliedern modulierend. Dies könnte ewig so weitergehen. Tut es wahrscheinlich auch. Sehr gute Platte.

4 Gedanken zu “

  1. Professor Longhair, was für genialer Künstlername!

    Laut Wikipedia war sein Pianostil u.a. dadurch beeinflußt, daß bei dem Klavier, auf dem er zu spielen lernte, ein paar Tasten fehlten. Dies klingt etwas wie eine Legende, ist allerdings durch eine legitim aussehende Fußnote belegt.

    Wie dem auch sei, der Herr Professor war zweifellos ein eindrucksvoller Musiker. Leider ist diese spezielle Platte derzeit nicht in Apple Music, dafür allerdings jede Menge an anderen Scheiben – eine gute Menge an Material zum vertiefen!

    Gefällt 1 Person

    1. Professor Longhair nahm nicht nur die Langhaar-Mode der Rock-Generation vorweg, er hat auch einen definitiven Klavierstil destilliert (ob die paar fehlenden Tasten für seine komplizierten Kreuzrhythmen zuständig sind?). „The Lost Sessions 1971- 1972“ ist damals auf einem deutschen Label erschienen. Später wurde das Album auf „Rounder Records“ wieder veröffentlicht.

      Gefällt 2 Personen

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