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Buddy Guy, Damn Right I’ve Got The Blues,1991

Produzent/ John Porter

Label/ Silverstone

Buddy Guy ist einer der primär legendären und primär einflussreichen Blues-Gitarristen der 50er und 60er Jahre. Für dieses Comeback-Werk hat er logischerweise ein paar Leute ins Studio gebeten, die ihm mehr als Geld schulden: Eric Clapton, Mark Knopfler und Jeff Beck. Ein siebenminütiges Instrumental-Stück widmete Buddy Guy zudem seinem Kumpel, dem früh verstorbenen Blues-Gitarristen Stevie Ray Vaughan. Der furiose Eröffnungssong und Eigenkomposition „Damn Right, I’ve Got The Blues“ ist von einer Intensität und Dichte, die seinesgleichen sucht. Toller Gesang und gefühlvolle Gitarrenbegleitung prägen die Soul-Balladen „There Is Something On Your Mind“ und „Black Night“. Die Eigenkomposition „Too Broke To Spend The Night“ erinnert wieder an „Damn Right, I’ve Got The Blues“ mit exellenten Gesang und Gitarrenarbeit des Altmeisters. Unbändige Energie, Kraft und Spielfreude zeichnen die Willie Dixon-Nummer „Let Me Love You Baby“ aus, die vor rauhen und rohe Gitarren-Solos nur so strotzt.

Klar, stellt sich hier einmal mehr die Frage, wem ein mit allen Mitteln der Neunziger eingespielter Blues der 50er – mit einigen Geständnissen an Songwriting jenseits der bekannten Schemata und etwas Soul/ Rhythm’n’Blues der 60er – eigentlich dient. In Chicago spielen neue Generationen von Bluesern ultraperfekte Versionen von Klassiker im High-Tech-Sound und bei Blues Professoren kann man lernen wie man ein Blues der 50er Jahre spielt. Die Resultate dieses manchmal etwas verzweifelten Konservatismus in Bezug auf „grosse schwarze Kultur“, der auch diese Platte regelt, gefällt mir eigentlich gut. Die als Gefühls- und Authentizitätssound verschrieene Musik wird durch diese Behandlung wirklich wie klassische Musik. Ein interessanter Effekt, der hier noch auf die Spitze getrieben wird dadurch, dass Buddy Guy die Mischung um etwa ein sehr saftiges „Mustang Sally“ erweitert, und natürlich – damn right – „wirklich“ den Blues hat.

12 Gedanken zu “

  1. Ich habe im letzten Winter bei einer richtig guten Blues-Band ausgeholfen, weil deren fester Trompeter bei zwei Gigs gerade seinen Jahresurlaub genommen hatte und somit nicht verfügbar war. Davor hatte ich mich auch immer gefragt, wer denn heute noch zu Blues-Konzerten ginge. Aber: Beide Gigs waren ausverkauft, die Stimmung war entspannt und ekstatisch auf einmal, das Publikum im Gros jenseits meiner Altersklasse (knapp unter 42). Kurzum: Gut gespielter Blues ist kraftvoll ohne Ende, er zieht Publikum und besticht gerade durch seine Berechenbarkeit (und die Möglichkeiten, aus eben dieser auszubrechen). Also: Auf weitere 160/175 Jahre Blues! 🥃

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    1. So wie sich die Zeiten geändert haben, so hat sich der Blues geändert. Ich spiele jetzt seit fünundzwanzig Jahren akustische Gitarre und habe in dieser Zeit viele Stile kennengelernt, aber ich habe immer noch sehr viel Respekt vor dem alten Country-Blues. Das Timing der damaligen Bluesmusiker ist manchmal nicht nachvollziehbar. Es geht hier nicht um ein exaktes Kopieren und Nachspielen, sondern um das Hören, das Ausprobieren. Ich habe zwar nie mit einem Trompeter aber öfter mit einem Posaunisten Blues (hauptsächlich Ragtime) gespielt. Cheers!

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  2. Buddy Guy ist ein wahrer Feuerwerkskracher. Letztes Jahr hatte ich Gelegenheit, ihn live zu sehen in einem Doppelkonezert mit Jeff Beck – es war der schiere Wahnsinn, was diese beiden Gitarrenlegenden gebracht haben!

    Bei Buddy Guy hatte man wirklich den Eindruck der Mann ist auf einer Mission, die Musik von Muddy Waters und anderen Chicago Bluesmusikern in Erinnerung zu halten. Klar mag da natuerlich auch etwas Show dahinter sein.

    Wohingegen ich generell eher den „sparsam gespielten Blues“ a la B.B. King bevorzuge als Gitarrenvirtuosen, die alles zugeigen, ist Guy fuer mich ein perfektes Beispiel, dass letzteres auch Klasse sein kann – man muss halt wissen wie man es richtig macht. Stevie Ray Vaughan ist dies ebenfalls sehr gut gelungen!

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    1. Buddy Guy hat ja immer einen rockigen schnellen Blues gespielt, und auch Gesang und Gitarrenspiel stets zusammengehalten. In meinen Ohren tönt ein Blues dann wirklich gut, wenn der Musiker, neben der Technik auch einem Gefühl Ausdruck verleiht, sei dies nun auf der akustischen Gitarre oder zum verzerrten Wah-Wah-Sound. Yep! Bei Buddy Guy und Jeff Beck würde ich auch gerne live dabei sein, aber vielleicht ergibt sich noch eine Gelegenheit diese Ausnahmemusiker auf der Bühne erleben zu dürfen?

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