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The Clash, 1977

Produzent/ Mickey Foote

Label/ CBS Records

Das Debüt der bedeutendsten britischen Punk-Band, die im Gegensatz zu Johnny Rottens Schock-Kapelle eben nicht nur alte Zöpfe abschnitt, sondern auch noch ausserordentlich talentiert war. Die rohe Rock-Energie steht durchaus auf Pfeilern der britischen Rockgeschichte; die Kinks- oder Troggs-Einflüsse sind nicht überhörbar. Die Botschaften der Clash liessen trotzdem an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Remote Control“, „Cheat“, „London’s Burning“, „I’m So Bored With The U.S.A.“ bedürfen keiner Sekundärliteratur.

16 Gedanken zu “

    1. Genreübergreifend stimmt! Aber auf ihrem Debütalbum hatten die Clash noch dieses gewisse Ethos und Auftreten, das sie zum Hype ’76 passen liess. Die Clash haben ja zusammen mit den Sex Pistols auch Generation von Hardcore-Punks inspiriert. Die genreübergreifenden stilistischen Entwicklungen der Gruppe mit Punk-, Reggae-, Jazz, Funk- und Rock-Elementen auf „Sandsinista!“ und „Combat Rock“ wurden jedoch später von den Hardcore-Punks abgelehnt.

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  1. Wir hörten „London Calling“ (so eins meiner Herzens-Alben) an Heilig Abend in Dauerschleife, mit der ganzen Familie, halblaut, während Bescherung und Fondue-Essen. Ein absolut universelles Album – auch mein Kind liebt’s. Meine Mutter: „Was ist das? Das hört sich so fröhlich an. Schön!“, „Als ich fünfzehn war, fand’st du das gar nicht fröhlich und schön!“, „Ach so, ist das schon alt?… Aber du hast doch immer so komischen Krach gehört, damals!?“ Äh, die Lautstärke übt offenkundig entscheidenden Einfluss auf die Rezeption aus.

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    1. Für jugendliche Pop-Besessene war es ja Ende der Siebzigerjahren durchaus üblich die Abende vor einem Lautsprecher zu verbringen und über Musik zu fachsimpeln. „London Calling“ lief damals oft. Einen Auftritt von The Clash habe ich 1981 im Palais DeBeaulieu in Lausanne besucht. Die Band spielte sehr laut, aber nicht besonders gut. Mick Jones war einfach ein schlechter Gitarrist, wie ich fand. Was mich aber wirklich erstaunt hat, war Joe Strummers Bühnenpräsenz, seine Performance und die Art, wie er jeweils seine Gitarre auf den Rücken geschwungen hat. Seine Ansagen hat Strummer auch auf Französisch gemacht, weil er als Diplomatensohn natürlich die Sprache gut beherrschte…

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      1. Das fand ich, die Strummer nie live gesehen hat, an ihm ja interessant: Dass er eben selbst hätte unter die Juristen, Manager, weiß Gott was gehen können, aber stattdessen …DAS gemacht hat. Ich stelle mir vor, dass er beileibe kein einfacher Mensch war, aber einer, der aus seiner Biografie und seiner Zeit gelernt hat – und darum ist sein „Without people, you’re nothing“ einfach Gold wert. (Ich kam mit dreizehn per Zufall zu The Clash, während Punk restlos over und das Internet noch lange nicht da war. Was es stattdessen gab, waren Viva, DJ Bobo, Blümchen, Mr.President, die Spice Girls, Fettes Brot, etc. Auf dem Flohmarkt steckte ich vier Mark Taschengeld in eine CD, nur weil mir das Cover gefiel, auf dem jemand einen Bass zerdeppert. Als ich mir das später anhörte, fühlte ich mich endlich zuhause.)

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      2. Das Interessante an Strummer war ja, dass sich der Punk und Poser wieder in den Strassenmusiker zurückverwandelt hatte, der er vor seiner Weltkarriere war. Mit seiner Band Mescaleros schrieb er gute Songs, die keine Hits sein mussten. In dem Film „The Future Is Unwritten“ sieht man einen Mann, der mit sich ins Reine gekommen war, der den billigen Ruhm nicht brauchte, seine frühe Arroganz war wie weggeblasen, er schien die Menschen zu lieben. Kurz und gut: „ Without people, you’re nothing“. – Danke!

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  2. „I’m So Bored With The USA“, beim US-Großkonzern CBS auf den Weg gebracht. Der Treppenwitz der Punk-Geschichte schlechthin. Die Mucke für die „Part Time Punks“, wie die TV Personalities so schön sangen. Die Scheibe geht natürlich trotzdem noch heute gut ins Ohr.

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      1. Strummer kam ja aus seiner 101er-Vorgeschichte auch nicht wirklich vom Punk. Allerspätestens ab „London Calling“ waren sie ja davon auch schon wieder meilenweit entfernt. Der Qualität der Alben hat’s ja streckenweise nicht geschadet.

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