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Grateful Dead, Live/ Dead, 1969

Produzent/ Grateful Dead

Label/ Warner Bros.

Die ersten drei Studioalben von Grateful Dead vermittelten nicht, was die Fans bei Konzerten wie in Fillmore West fühlten. Zum Glück war die Band gewillt, mit „Live/ Dead“ auch den Rest der Welt zur „Reise in ihrem Bus“ einzuladen.

Das Konzertalbum ist ein einschneidender Moment in der Geschichte der Popmusik, insbesondere für diejenigen, die nie in Haight-Ashbury oder der Carnaby Street gewesen waren. Auf der Doppel-LP „Live/Dead“ gab es nur sieben Songs, statt 30 wie auf dem „White Album“ der Beatles. Die Stücke waren bei Live-Auftritten in San Francisco mitgeschnitten worden, etwa zur gleichen Zeit, als die Gruppe „Aoxomoxoa“ im Studio aufnahm.

„Dark Star“ der Lieblingssong aller Zeiten unter den Deadheads, ist hier zum ersten Mal auf Platte gepresst und auch später selten besser gespielt worden. Die Musik gerät in einen Strudel, schäumt über und verliert sich scheinbar unzählige Male, um dann in – Coltrane würdigen – Epiphanien zum Höhepunkt zu gelangen. Grateful Dead bauen die Studioversion von „St. Stephen“ genüsslich aus und tauchen dann ein in die epische Interpretation von „The Eleven“.

Während viele Kritiker die beiden LPs von 1970, „Workingman’s Dead“ und „American Beauty“, als die unerreichbarten Meisterwerke einstufen, ist dieses erste Live-Album wohl das einflussreichste Werk der Band. Die LP erschien lange vor den Kassetten-Tauschbörsen. Sie illustriert die Kraft langer Improvisationen und lässt sich als Vorlage für Phish und andere Jam-Bands weit ins 21. Jahrhundert verfolgen.

16 Gedanken zu “

    1. In meiner Jugend waren mir die Grateful Dead auch etwas zu naiv mit ihrem Love & Peace-Image. Aber es war ihre Organisationsform, die den Dead lange vor einer Indie-Bewegung die grosstmögliche Freiheit gegenüber der Musik-Industrie eingebracht hat. Wie bei den Improvisationen im Jazz der späten 50er, frühen 60er hat die Gruppe endlos geflochtene Bänder geknüpft, jede Songform hinter sich lassend. Die Live-Konzerte dauerten bis zu 5,6 Stunden, das war auch der Grund warum ihnen tausende von Deadheads nachreisten und selbst ihre offizielle Diskographie mehr Live- als Studio-Platten aufweist.

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  1. Soso, dann doch noch ein gutes (Hippie-)Haar an den Dead gefunden? ;-))
    Starke Live-Scheibe, keine Frage, hinsichtlich „Dark Star“ ist der oben bereits erwähnte „Greyfolded“-Sampler natürlich unerlässlich.
    Bei Epigonen wie Phish schlafen wiederum mir regelmäßig die Füße ein…

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  2. A must see movie is the flick on Amazon , Long Strange Trip which is a very dark view on the Dead experience. I have seen the Dead and the various other bands over 40 times which is I guess makes me Dead Head lite. The albums were a mixed bag of some great versions and banal versions too of their work. As we know , it was the concerts that made the Dead. The commercial success came later.

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  3. Ich hatte 2 ältere Brüder, die sowas wie Deadheads waren. Ich glaub ich war zu jung. Aber eine Platte hab ich doch gekauft, die Terrapin Station. Es blieb die einzige. Aber nicht nur bei ihnen, sondern auch bei Musikern, wie the Band nervte mich die Anlehnung an die Folk, Country und Bluegrass(Wurzeln). Heute versteh ich das besser, aber früher wollte ich so weit wie möglich in eine andere Richtung, und das war Art- oder Progrock a la Gentle Giant oder King Crimson. Die Engländer, die den Blues neu entdeckten (Alexis Korner et al) nervten mich nach einer Weile auch.

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    1. Die Deadheads verfolgten ja das Prinzip einer unabhängigen Gang, deren Vorbild und Auslöser durchaus richtige Gangs/Parteien waren, wie etwa die San-Francisco-Hells-Angels, deren Hausband die Dead in ihrer Anfangszeit waren. Die Grateful Dead haben sich nicht nur bei Folk, Country und Bluegrass bedient, sondern auch vieles aus bekannten Blues-Standards angenommen. Aber als ich im Alter von 18 Jahren das erste Mal die Grateful Dead oder John Mayall und seine Bluesbreakers gehört habe, kannte ich noch nichts von dieser Geschichte und den Leuten, die ich heute kenne.

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