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Elvis Costello, Blood & Chocolate, 1986

Produzent/ Nick Lowe, Colin Fairley

Label/ Demon

Ist Elvis Costello nun Woody Allen oder Leo Trotzki? Jack Lemmon, Jean-Luc Godard oder John Lennon? Der Mann, der auf unerträgliche Weise alles richtig gemacht hat, oder einfach ein Guter. Und vorallem: es gibt soundsoviele LP’s von ihm, die vor Können nur so strotzen. Gegen die man wirklich nichts sagen kann.

„Blood & Chocolate“ steht irgendwo zwischen den schönsten Momenten der Beatles und der Graham Bond Organisation (oder vielleicht doch Zoot Money’s Big Roll Band?). Die Musik ist fast unangreifbar, obwohl sie nicht einen neuen Bewusstseinsstand oder eine plötzliche Reife spiegelt. Costello hätte auch nach der sechsten oder siebten LP Schluss machen können und wäre genauso in die Musikgeschichte eingegangen wie mit mehr als dreissig LP’s. Aber eben nicht: Diese Qualität, dieser einfach nicht eintretende Verfall, dieses Beharren – freuen wir uns daran. Auf „Blood & Chocolate“ klingt Costello so intim und schlau, aber so kultiviert und verroht wie etwa Neil Young als John Cale als Keith Richards. Das Album ist ein spannender Roman, den man nur schwer aus den Händen legen kann. Und in „Tokyo Storm Warning“, das er mit seiner damaligen Freundin von den Pogues geschrieben hat, stammt die Melodie aus „19th Nervous Breakdown“ und die Gitarre spielt „Satisfaction“.

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