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Uncle Tupelo, Anodyne, 1993

Produzent/ Brian Paulson

Label/ Sire

Das Debütalbum von Uncle Tupelo, „No Depression“ hatte 1990 in unnachahmlicher Weise Post Punk und Alternative Rock mit Country und Rock verbunden. Der Titel des Albums war dem gleichnamigen Song der Carter Family aus den 1930ern entlehnt, den die beiden Songwriter der Band Jay Farrar und Jeff Tweedy, zu einem musikalischen Meilenstein der Grunge-Ära umdeuteten.

1994 war es mit Uncle Tupelo vorbei. Bei ihrem vierten- und letzten Album „Anodyne“ packte die Band noch einmal alles hinein, was sie auf den ersten drei Alben entwickelt hatten. Folk-Songs wie „Anodyne“ und Rocker wie „The Long Cut“ wechseln sich ab, und es klingt auch wieder in gewisser Hinsicht neu. Die Songs wurden live aufgenommen und dafür benötigte man Max Johnston als Multi-Instrumentalisten und John Stirrat am Bass, die zusammen mit dem neuen Uncle-Tupelo-Drummer Ken Coomer die erste Wilco-Besetzung an der Seite von Jeff Tweedy werden sollten. Johnstons Geige verleiht dem Ganzen einen neuen Touch: „Slate“ und „Acuff-Rose“ die beiden Opener, werden von ihr geprägt und getragen. Musikalisch bedeutete das eine leichte Annäherung an den Stil eines Doug Sahm, dessen „Give Back The Key To My Heart“ das einzige Cover auf dem Original-Album war – mit Sahm als Duett-Partner und Gitarristen.

„Anodyne“ enthält grossartige Songs: Tweedys „New Madrid“ (über die Erdbeben-Hysterie an der gleichnamigen Spalte) oder ein „We’ve Been Had“ (über das verruchte Rock-Business), sowie Farrars „Chickamauga“ (über die Unmöglichkeit, die Wurzeln zu verleugnen) oder sein „High Water“, das den Bruch der Band vorauszusehen scheint. Allerdings: Dem Album als Ganzes fehlt die Einheit, was man verschmerzen kann. So ist „No Sense In Lovin'“ mit der tragenden Steel Gitarre des legendären Lloyd Maines nur insofern die Essenz des Albums, als dass er in seiner Traurigkeit wie ein Abschiedssong der Band wirkt, die ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Albums zerbrach.

17 Gedanken zu “

    1. Solche Zuschreibungen haben natürlich immer Unschärfen, doch mir scheint das steinalte Punk-Motiv heute noch geeignet, um damit eine Bewegungskultur zu beschreiben, die sich in einer meist ziellosen Negation einrichtet und dabei Gegenmodelle errichtet. Der Erfolg von Uncle Tupelo hat dann auch gezeigt, dass selbst Punks dem Sentiment des Country erliegen konnten, wenn dieser nicht als reaktionärer Nashville-Mainstream daherkam.

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      1. 1. Satz: „Ziellos“ und „Gegenmodell“ schließen sich doch gegenseitig aus, oder? Und im musikalischen Entwurf von Uncle Tupelo finde ich beim besten Willen keinen Postpunk, da kann ich noch so lange hinhören, Geisteshaltung hin oder her.
        2. Satz: Absolut.

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      2. Warum sollten „Ziellos“ und „Gegenmodell“ sich gegenseitig ausschliessen? Wer alles ablehnt, ist für nichts Bestehendes verantwortlich und hat gleichzeitig alles andere, alles, was es nicht gibt, als ein unendliches Reich der Zukunft für sich offen. Man muss nur den Moment herauszögern, in dem diese Zukunft beginnen soll. Deshalb sagen Punks lieber genau, was sie nicht wollen.

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      3. „Punk macht dicken Arsch“ (Mittagspause). Der Weg von der jugendlichen Negation zur Weltskepsis im Altersheim ist zwar nicht so weit. Dennoch wäre es ein Fehler, den Wunsch, den Moment der Negation, mit einem banalen und faulen Nihilismus zu verwechseln.

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    1. Doug Sahm comes on board for a energetic version of „Give Back The Key To My Heart,“ which might be my favorite on the album. „Chickamauga“ has a breakneck pace with a furious guitar solo. „Anodyne“ loses steam a little bit near the end. My favorite album of Uncele Tupelo is still „No Depression“.

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      1. I’ve been listening to Wilco/Son Volt lately. Time for some ‚Tupelo‘ time. It’s been a while but you jogged my memory with Doug Sahm . I listened to them a lot. I the albums bunched together. Time for a good revisit. Very cool that you did a take on them.

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