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Muddy Waters, Folk Singer, 1964

Produzent/ Muddy Waters, Ralph Bass, Willie Dixon

Label/ Chess

Im September 1963 bemühte sich Chess Records mit diesem akustischen Folk-Blues Album um ein Stück vom wachsenden Kuchen der akustischen Aufnahmen. McKinley Morganfield, besser bekannt als Muddy Waters hatte da bereits Jahrzehnte in der Blues- und Jazz-Szene von Chicago gespielt und bevorzugte eigentlich die elektrische Gitarre und moderne Blues Interpretationen und hatte damit in den 50er Jahren schon einige Hits gelandet, doch seit 1958 sah es recht düster aus. Die 1964er Veröffentlichung wurde zum Erfolg und definiert bis heute das Genre des akustischen Blues und ist unter audiophilen heiss begehrt.

Zweifellos ist „Folk Singer“ eine faszinierende Bluesscheibe, die auch nach wiederholtem Hören keine Langeweile aufkommen lässt. Die langsamen, beinahe intimen Folkblues-Nummern bestechen durch den intensiven und emotional unglaublich fesselnden Gesang von Muddy Waters sowie durch die brillante Instrumentenabbildung und letztendlich die nicht minder erstklassige Spielweise der Musiker. Begleitet wird Waters von Willie Dixon am Zupfbass, Clifton James am Drumset und Buddy Guy an einer zweiten akustischen Gitarre.

Klanglich wurde hier der Fokus auf die Emotionalität gelegt, die räumliche Abbildung inklusive der Hallanteile ist einwandfrei! Klanglich ist die Platte absolut gelungen. Es kommen zwar nicht die Musiker in den Hörraum, man selbst jedoch ganz eindeutig in das Aufnahmestudio nach Chicago.

7 Gedanken zu “

  1. Eine interessante Seite von Muddy Waters, die ich bisher noch nicht kannte.

    In mancherlei Hinsicht erfordert akustischer Blues mehr handwerkliches Können als elektrischer Blues, bei dem sich Gitarristen ein Stück weit hinter Effektgeräten „verstecken“ können.

    Daran wurde ich vor ein paar Wochen erinnert, als ich einen sehr talentierten Country Blues Musiker, Jontavious Willis, sah, der als Opening Act für Taj Mahal und Keb‘ Mo‘ spielte. Was dieser junge Musiker solo aus seiner akustischen Gitarre herausholte war schlicht unglaublich!

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    1. In Muddy Water’s „Plantation Recordings“ von 1941 – 1942 finden sich ja bereits die Versionen seiner künftiger Klassiker. Die Aufnahmen und die Geschichte des Country-Blues ist sehr interessant, auch wenn bei diesen alten Pre-War-Bluesstücken ein exaktes Kopieren fast unmöglich ist, das timing der damaligen Bluesmusiker fast nicht nachvollziehbar ist.

      Danke für den Tip! Ich habe mir soeben „Blue Metamorphis“ von Jontavious Willis angehört. Gefällt mir gut! Natürlich spielen da die verschiedenen Stilrichtungen der Blues-Gitarre eine wichtige Rolle. Sowas lernt man nur durch viel Hören, Hören und nochmals Hören.

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    1. Gute Qualität in jeder Hinsicht. Interessant ist die Entstehungsgeschichte. Als es mit Muddy Waters Karriere Anfang der 60er nicht mehr so recht vorwärts gehen wollte, regten Leonhard und Phil Chess an, ein Platte zu produzieren, die den weissen Folkies gefallen könnte. Elektrisch verstärkte Musik galt damals als kommerziell und war bei einem kritischen Teil der Bevölkerung verpönt. Die „unkommerzielle“ Platte brachte aber dann gewissen kommerziellen Erfolg und trug dazu bei, den Chicago-Blues auch einem Publikum nahezubringen, das sich noch nicht mit kreischenden E-Gitarren angefreundet hatte.

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