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Tom Petty, Full Moon Fever, 1989

Produzent/ Jeff Lynne

Label/ MCA

„Full Moon Fever“ war Tom Pettys erstes Soloalbum und gleichzeitig sein grösster Erfolg. Ohne den Einfluss von Jeff Lynne von Electric Light Orchestra würde es wohl ganz anders klingen. Er war als Produzent und Co-Songwriter dabei, verfeinerte den Roots-Rock von Pettys früherer Band The Heartbreakers.

„Runnnin` Down A Dream“ hat am ehesten noch das Band-Feeling, aber Jeff Lynne’s Einfluss ist einfach viel zu stark für ein Heartbreakers Album. Natürlich muss man hier Vergleiche mit den Travelling Wilbury’s ziehen und da gewinnt „Full Moon Fever“ eindeutig, weil es zwingender klingt – trotz des relaxten Sounds, der dem der Wilbury’s sehr ähnlich ist und trotz des Mitwirkens von George Harrison, Roy Orbison und Jim Keltner. Eigentlich hätte man das Album aber unter Tom Petty & Jeff Lynne veröffentlichen müssen.

Die Songs sind allesamt überzeugend. Tom Petty zeigt hier, dass er lyrisch zu der absoluten Oberliga des Rock’n’Roll gehört. Er schreibt Textpassagen, die teilweise so unerwartet und absurd daherkommen, dass sie sogar seinem alten Freund Bob Dylan ein Lächeln abringen können. Petty schafft es mit wenigen Worten viel zu erzählen. Da gibt es Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugend, an Freiheit, an vergangene Liebschaften ( „She’s a good girl, loves her mama/ Loves Jesus and America too/ She’s a good girl, is crazy ‚bout Elvis/ Loves horses and her boyfriend too/ And I’m a bad boy cos I don’t even miss her/ I’m a bad boy for breakin‘ her heart“- Free Fallin)

Das Album klingt beim ersten Mal vielleicht nicht bahnbrechend oder innovativ. Aber darum geht es gar nicht. Es ist in aller Entspanntheit eine Hommage an Tom Pettys alte Helden wie die Byrds, Del Shannon oder die Beatles. Und es ist rundum gut.

10 Gedanken zu “

  1. Tom Petty war einfach ein Klasse Künstler, der für mich neben Springsteen, Mellencamp, Jackson Brown und Bob Seger zur Oberliga des amerikanischen Rock zählt. Wenngleich er vielleicht nicht der begnadeste Sänger war, hatte er ein gutes Gespür für Groove und Melodien, die ins Ohr gingen.

    Ich kann es immer noch nicht so ganz fassen, daß er gestorben ist – gerade mal eine Woche nach Beendigung der 40-jährigen Jubiläumstour mit den Heartbreakers!

    Vor ein paar Monaten hatte ich noch erwogen, zu einem ihrer Konzerte zu gehen, entschied mich allerdings dagegen, da ich ihn erst im September 2014 das letzte Mal gesehen hatte. Das erste Mal war in den späten Achtzigern zusammen mit Bob Dylan.

    Jetzt bereue ich diese Entscheidung etwas. Nun ja, wenigstens habe ich zwei seiner Konzerte miterleben können.

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    1. Tom Petty war Classic Rock. Er hatte seine eigene Bescheidenheit, Talent zur Kooperation und zur Grosszügigkeit. „Ich jage einem Traum nach“, sang er in „Runnin’ Down a Dream“, „der niemals zu mir kommen wird. Es war sein letzter Song an seinem letzten Konzert vor einer Woche mit den Heartbreakers im Hollywood Bowl, Los Angeles.

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    2. Ich habe Tom Petty und seine Heartbreakers nur einmal live erlebt, das war 1987 in der Basler St. Jakobs-Halle, als sie ein vorzügliches Set gespielt hatten, und dann einen verwirrten und sichtlich berauschten Dylan begleiteten, der sich an keine Abmachung noch Tonart hielt und einen desaströsen Auftritt produzierte.

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      1. Möglicherweise habe ich ein Konzert im Rahmen der selben Tour seinerzeit in Dortmund gesehen! Leider sind meine Erinnerungen an jenen Abend mittlerweile etwas nebulös, obwohl ich vollkommen nüchtern war!😀

        Woran ich mich genau erinnern kann ist, daß Dylan der Main Act war und Petty vor ihm spielte. Weiterhin meine ich mich daran zu erinnern, daß Roger McQuinn die Show mit einem akustischen Set eröffnete.

        Da ich seinerzeit die Musik von Dylan bis auf seine Hits kaum kannte, hatte ich mir im Vorfeld intensiv das “Before the Flood” Album gehört. Von den Stücken des Albums spielte Dylan lediglich “Knocking On Heaven’s Door”, und zwar als erstes Stück. Danach kamen nur noch Sachen, die zumindest mir gänzlich unbekannt waren – eine herbe Enttäuschung!

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      2. Das war dieselbe Tour! Petty hat gerockt, Dylan hat geschockt. Am meisten fasziniert hatte mich jedoch der von dir bereits erwähnte Roger McGuinn als Konzerteröffner ganz alleine an der Gitarre vor 10’000 Leuten.

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