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The Pretty Things, Get the Picture?, 1965

Produzent/ ?

Label/ Fontana

Die Beatles waren die Lieblinge der Mütter, die Stones ein noch zu ertragendes Übel, aber die Pretty Things wurden gehasst! Zu laut, zu schmuddelig und überhaupt nicht nett. Die „Bravo“ hat sich wahrscheinlich noch nicht einmal getraut, sie als abschreckendes Beispiel zu nennen. Ähnlich wie die Rolling Stones (Muddy Waters) benannten sich die Pretty Things nach dem Song eines ihrer Blues Idole, Bo Diddleys „Pretty Thing“. Durch Dick Taylor bestand eine Verbindung zu den Stones. Taylor war vor Bill Wyman ihr erster Bassist. Der Kern der Pretty Things bestand aus Phil May und Dick Taylor. Die restliche Mannschaft wechselte beinahe nach jeder Platte. Die Pretty Things entstanden in der Gegend von Kent. Später ging man nach London.

Nach dem sehr traditionellen, wenn auch umwerfenden Debut, machten die Pretty Things, auf ihrem zweiten Album „Get The Picture“ gleich mal ein ganz anderes Fass auf. Zum einen stürzten sie sich in kraftvolle Eigenkompositionen, die trotz Beat und hartem Blues wirklich schon garagenrockmässig daherkamen und zugleich psychedelische Elemente mit ins Repertoire brachten. Was man auch an manchem Titel sofort erkennt („L.S:D.“).

Dieses Statement dürfte auch ein wesentlicher Bestandteil des aufkeimenden Swinging London gewesen sein. Hier ist der Beginn einer kulturellen Revolution mitverankert, die dann hemmungslos stilistische Zutaten verschmolzen hat und zu einem eigenen Ausdruck fand. Und diese Aufbruchstimmung hört man deutlich heraus. Sicherlich wurde dies später nochmals verfeinert und erweitert, aber „Get the Picture“ ist und bleibt ein wichtiges Album in der Entwicklung der Rockmusik in den 60ern.

3 Gedanken zu “

    1. The Pretty Things waren Mitte der 60er mit Abstand die lauteste, wildeste und ungezogenste Band, eine wüste Truppe, die auch anno 2017 noch existiert und spielfreudig und kompetent, aber immer noch ungezügelt und motiviert Live-Konzerte gibt.

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