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John Hiatt, Perfectly Good Guitar, 1993

Produzent/ Matt Wallace

Label/ A & M Records

Es ist nicht einfach unter den vielen hervorragenden Alben von John Hiatt das Beste herauszufinden. Aber „Perfectly Good Guitar“ gehört mit Sicherheit neben „Bring The Family“ und „Stolen Moments“ dazu. Stilistisch geschlossen, vereint die Platte eine schnörkellose kompositorische Handschrift mit einer instrumentalen Kraft, die den Vergleich mit Neil Young & Crazy Horse in deren „Ragged Glory“/“Weld“- Phase nicht zu scheuen braucht.

Vorantreibende elektrische Gitarren geben die Marschrichtung in fast allen Songs an, und wie Young beweist auch Hiatt ein untrügliches Gespür für einfache, doch zugleich attraktive Instrumentalphrasen und eine zwingend eingängige Melodieführung. Das ist der Stoff, aus dem guter Rock ’n‘ Roll gemacht wird – aufs trefflichste belegt im Titelsong, einer ironischen Abrechnung mit den Gitarrenzertrümmerern des Genres, sowie der 3-Akkorde-Nummer „Permanent Hurt“. In dieselbe Kategorie fallen auch „Angel“, „Something Wild“ und „Cross My Fingers“.

Langsamere Tempi, aber keinen Deut weniger Intensität gibt es in „Blue Telescope“, in dem Creedence Clearwater Revival-artigen Swamp-Blues „Old Habits“ und der grandiosen Ballade „I’ll Never Get Over You“. Hiatt weiss für jedes Sujet die richtige Form; er bleibt auf dem (Gras)-Teppich des US-Bluesrock, während wir abheben, davonfliegen im Fluss der Geschichten und Gitarrenströme, die aus ferner Vergangenheit aufquellen und doch weit in die Zukunft weisen.

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