Neil Young Peace Trail cover.jpeg

Neil Young, Peace Trail, 2016

Produzent/ Neil Young & John Hanlon

Label/ Reprise

Er ist auch mit 71 Jahren rast- und ruhelos. Unermüdlich macht er ein Album nach dem anderen, ganz nach dem Motto eines seiner Songs, „Can’t Stop Working“. Dabei sind die Themen, die er in seinen Songs behandelt grösstenteils sehr aktuell. Zu „Indian Givers“ gibt es ein Video, in dem man Zusammenstösse zwischen der Polizei und den Nachfahren der indianischen Urbevölkerung sieht. Es ist einer der erschütterndsten Momente im Kontext dieses Albums. Der andere ist „John Oaks“, die Geschichte eines Arbeiters, der zum Kämpfer gegen Politiker wurde. Kuriose Elemente sind auch enthalten. So beschliesst Young den Song „Texas Rangers“ mit einem kurzen „Ha!“- Schrei und einem ebenso knappen Harmonika-Einsatz. Nicht vergessen sollte man die Voder-Gesänge an Ende in „My Pledge“ und „My New Robot“. Neil Young und der elektronische neue Sound, garniert mit einer sarkastischen Geschichte über eine Bestellung bei Amazon.

Das Album spielte Neil Young nicht mit seiner Begleitband ein, sondern in vier Tagen mit den beiden Session Musikern Jim Keltner (Drums) und Paul Bushnell (Bass). Und wenn Neil Young nicht immer mit seiner E-Gitarre dazwischen grätschen würde, könnte man glatt meinen das es sich um ein reines Akustik-Album handeln würde. Das ist aber Spirit von „Peace Trail“, die Songs wirken sehr hemdsärmelig und auch ein wenig ungeschliffen, auf irgendwelchen Schnickschnack wird hier gänzlich verzichtet.

Im Grunde gibt es keinen schlechten Song auf diesem Album, egal welchen Titel man auch hört. Auch wenn der Sound etwas angestaubt wirkt, sind die Songs aktuell und man bekommt eine Menge über in der Vergangenheit ruhende Probleme und deren Folgen für die heutige Zeit zu hören.

10 Gedanken zu “

  1. Naja, wirklich nicht übel wiedermal, vor allem die Texte, aber irgendwie hab ich eine Überdosis Young weg;
    Seit der enttäuschenden Psycho-Pille-Pladde. Die letzte, die begeistern konnte war in meinem Falle die Chrome dreams II. Die und die Sleeps with angels haben noch diese rotzig hingeschluderten aber einprägsamen Melodien. Seit der Psychopille scheinen ihm diese auszugehen.

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    1. Er kann seinen Stil ändern, das wissen wir. Dem entspricht eine Musik, die ebenfalls die Summa Summarum aller Aktivitäten, die Neil Young die letzten Jahrzehnte unternommen hat, darstellt, die jeweilige Situation bekommt, was sie verdient: unbegleitetes Solo, Bläserensemble, Disco/Computer/ Kraftwerk-Adaption, meistens Crazy Horse (seine alte Band) plus neue Band und immer wenn nötig, die salvenartigen Gitarrenschüsse, die er so wirksam gegen das einsetzte, was beim Zuhörer eine Idylle hören will.

      Für mich ist „Peace Trail“ eine konventionelle Neil-Young-Platte, durch und durch unsensationell. Aber sie gewinnt dadurch ungemein, dass sie ein Werk von einem ist, der sich nicht vom Berg Horeb zurückmeldet, sondern der immer präsent war. Und gerade, weil er von der Öl-Pipeline im Indianerland und vom Arbeiterkämpfer, von den Toten, Obdachlosen und religiös Wahnsinnigen erzählen kann, erinnert er uns daran, worum es in „Peace Trail“ wirklich geht.

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      1. Volle Zustimmung. Nur hat er das eben in Rocking in a free world und Ordinary people auch schon (und musikalisch besser) getan. Gesellschaftskritik. Und leider ändern die guten Botschaften nichts zum besseren. Es is halt ein Übersättigungseffekt bei mir eingetreten. Ich laufe nun zwar nicht ins Helene Fischer Lager über, aber ich begnüge mich mit dem was war. Neue Werke, auch die von alten Stars, habens bei mir sehr schwer.

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      1. Schon klar, es kann nicht immer „Ragged Glory“ sein, das sind wir beieinander, aber diese Scheibe ist für mich musikalisch bis auf ein, zwei Ausnahmen nie über völlig uninspiriertes, ödes Lagerfeuer-Geschrammel hinausgegangen.

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