come-together.jpg

The Beatles, Come Together, 1969

Text/ Musik/ Lennon/McCartney

Produzent/ George Martin

Label/ Apple

1969 hält Amerikas Drogen-Papst Timothy Leary den Zeitpunkt für gekommen, seine LSD-Erfahrungen auch in die Politik einzubringen. Als einer der Initatoren der Hippie-Bewegung hat der 49-Jährige noch Grosses vor, Leary möchte bei der nächsten Wahl zum kalifornischen Gouverneur gegen den konservativen Kandidaten Ronald Reagan antreten. Sein politisches Programm klingt für viele Hippies verlockend: Leary verspricht, das Privateigentum abzuschaffen und Marihuana zu legalisieren.

Ein geeigneter Song soll seine politischen Ambitionen untermalen. Bei berühmten „Bed-In For Peace“ von John Lennon und Yoko Ono in Montreal bittet Leary John Lennon, ihm einen passenden Song für seinen Wahlkampagne zu schreiben. Der bemüht sich zwar, aber so richtig voran kommt Lennon mit dem Auftragssong nicht, lediglich eine einzelne Zeile fällt ihm ein, was allerdings nicht weiter schlimm ist, denn Lennon wird von Leary und seinen Leuten nie wieder auf das Stück angesprochen. Der bereits fertige Einzeiler wird schliesslich in einem Beatles-Song verarbeitet, der an Learys Wahlkampf nur noch im Titel erinnert.

Leary hatte längst andere Probleme. Er wird im Februar 1970 wegen Drogenbesitzes festgenommen und zu zehn Jahren Haft verurteilt. Als sein Konkurrent Ronald Reagan wenige Monate später zum kalifornischen Gouverneur gewählt wird, existiert auch die von Leary gewünschte Wahlkampf-Band nicht mehr: Kurz zuvor hatten sich die Beatles getrennt – „Come Together“ vom Album „Abbey Road“ aus dem Jahr 1969.

Timothy Leary versprach sich von psychedelischen Drogen eine Art Neu-Programmierung des Gehirns zur Aufhebung vorhandener Prägungen. Vor seinem Tod gestand er, dass seine LSD-Experimente teilweise von der CIA finanziert worden waren. Nach seinem Tod 1996 wurden sieben Gramm seiner Asche zusammen mit den sterblichen Überresten von Gene Rodenberry („Star-Trek“-Erfinder), Gerard O’Neill (Weltraumphysiker) und Krafft Ehricke (Raketenentwickler) ins Weltall geschossen.

6 Gedanken zu “

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s