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Sonic Youth, Goo, 1990

Produzent/ Ron St. Germain, Nick Sansano

Label/ Geffen Records

Ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Goo“ reiste der Filmmacher Dave Markey zusammen mit Sonic Youth nach Europa. Das Resultat, eine Dokumentation mit dem Titel „The Year That Punk Broke“, die 1991 veröffentlicht wurde, ist ein faszinierendes, chaotisches Dokument einer Zeit, in der Sonic Youth selbst, Dinosaur Jr. und die neu aufkommenden Nirvana an der Grenze zum grossen internationalen Erfolg standen.

1981 gegründet in New York, adaptierten Sonic Youth die von Velvet Underground inspirierten Dissonanzen und den experimentellen Lärm der NYC No-Wave-Scene. Viele ihrer Kniffe lernten sie vom Avantgarde-Komponisten Glenn Branca, in dessen Gitarrenensemble Thurston Moore und Lee Ranaldo von Sonic Youth spielten. Im Laufe der 80er Jahre verfeinerten sie ihren Stil und bewegten sich von einem freien Experimentalismus zu den strukturierten und von Kritikern gefeierten Alben, „Evol“, „Sister“ und „Daydream Nation“.

Obwohl „Goo“ ihr erstes Album war, das auf einem Majorlabel veröffentlicht wurde, war es kein Ausverkauf. Mit einem mächtigen Hintergrundgesang von J. Mascis und einem Crossover mit Chuck D. von Public Enemy („Kool Thing“) war „Goo“ zwar in Sachen Struktur zugänglicher, doch weniger in Bezug auf Ton und Text. Zeilen über den Tod durch Magersucht von Karen Carpenter („Tunic“) und einminütige Ausraster („Scooter And Jinx“) wiesen auf weitergeführte kreative Energie hin, während das nihilistische Comic-Cover des Albums, geschaffen von Raymond Pettibon, ihre andauernde Hippness aufzeigte.

8 Gedanken zu “

    1. Das Cover von dem fünften Sonic Youth Studio-Album „Daydream Nation“ stammt übrigens von dem Kölner Künstler Gerhard Richter, es stellt eine Kerze dar, die Platte ist eine Erleuchtung, auf der Rückseite ist eine andere Kerze von Richter, denn es ist ein Doppelalbum.

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    1. Auf jeden Fall ein Meisterwerk! Sonic Youth haben mitgeholfen im Laufe der 80er Jahre in Amerika einen Geist zu etablieren, von dem jede Menge neue Ex-Punk-Bands und nicht nur die offensichtlichen Imitatoren von Sonic Youth profitierten.

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