R-310111-1250003558.jpeg.jpg

Curtis Mayfield, Superfly, 1972

Produzent/ Curtis Mayfield

Label/ Curtom

Es ist umstritten, welches der erstes Blaxploitation-Film war – d.h. ein Film mit schwarzen Schauspielern für schwarze Zuschauer über das Leben von Schwarzen in den Städten und Ghettos. Sowohl „Sweet Sweetback’s Baadassss Song“ als auch „Shaft“ kamen 1971 in die Kinos, dicht gefolgt von „Superfly“, für den Curtis Mayfield die Musik schrieb.

Mayfield, politisch engagierter Soul- und R&B-Sänger und -Komponist, unterstützte die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung. Sein Soundtrack steht im Widerspruch zum Film: Der Film „Superfly“ erzählt die Geschichte eines Kokaindealers, der versucht aus dem Drogengeschäft auszusteigen und hat keine eindeutige Botschaft – Mayfields Soundtrack hingegen schon. Seine kompromisslosen Texte lassen kein gutes Haar an der ghettotypischen Drogenverherrlichung und greifen einige der Filmfiguren direkt an.

Der Titelsong selbst – in einem Wort geschrieben – ist eine Wonne, gesungen in Mayfields unverwechselbarem Falsett. Das Intro aus Bass und Schlagzeug wurde schon häufig gesampelt; federnder Funk, akzentuiert durch Bläser und Percussion, begleitet und umspielt den Gesang. Die Musik war kommerziell sofort erfolgreich; der Soundtrack stellt den Film weit in den Schatten und war eines der ersten Konzeptalben des Soul.

12 Gedanken zu “

  1. Ohne jetzt Blacksploitation romantisieren zu wollen, der Coolness-Faktor dieses und anderer Alben des Genres ist unbestreitbar. Die Musik mit ihren Bläsersätzen, Wah-Wah Gitarren und Funktrhythmen hatte einfach einen super Groove. Darüberhinaus ist Curtis Mayfield einer meiner Lieblingskünstler.

    Gefällt 1 Person

    1. Yep, das sind Soul-Songs mit Mitteln des Funk umgesetzt, aber trotz der Wah Wah Gitarren, der Bläsersätze und der funky Basslines hat man nie das Gefühl, dass es hier in erster Linie um den Rhythmus geht – es geht hier immer um die Songs.

      Gefällt mir

  2. Die Begriffe werden heftig diskutiert, so zum Beispiel auch bei der de.wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Falsett Ich meine und habe es so gelernt: Die Kopfstimme ist die ungekünstelt hochliegende, Falsett, etymologisch von „falsch“, drückt die Stimme nach oben, oft auch parodistisch. Ich würde behaupten, dass es sich bei Curtis Mayfield um eine Kopfstimme handelt, bei den Beach Boys um Falsett und bei Jowe Head, wenn er die Beach Boys parodiert, um falsettiertes Falsett und damit wieder eine richtige Tonsituation. Auf jeden Fall gibt es aber auch umgangssprachliche Verwendungen.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s