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The Mekons, Me, 1998

Produzent/ Ken Sluiter, The Mekons

Label/ Quarterstick Records

Die Mekons waren irgendwann eine archaische Punk-Band aus dem dem kaputten Thatcher-England, der frühen achtziger Jahre. Mit der LP „Retreat From Memphis“ nahmen sie endgültig Abschied von den Jugendkulturen. Die Menschen hinter der Band stürzten sich daraufhin in Projekte ganz anderer Art. Zum einen waren sie an Ausstellungen zur Geschichte der Pop-Musik beteiligt, zum anderen sah man sie gemeinsam in Inszenierungen mit dem amerikanischen Künstler Vito Acconci.

Für ihr Comeback nahmen die Mekons das Konzeptalbum „Me“ auf. Es geht darin um die angepassten, unpolitischen, neuen, selbstbezogenen Subjekte, die eine linksradikale Kulturkritik, in den Gewinnern der aktuellen Angestelltenkultur zu entdecken vermeint. Nicht ganz zu Unrecht freilich, aber doch ein bisschen ressentimentgeladen und kontraproduktiv.

Nun wären die Mekons nicht die Mekons, wären sie nicht mitunter scharfsinnig. Ihre Exkursionen durch die bürgerlichen Super-Subjekte sind immer da treffend, wo sie ideologisch mit dem alten Besitzbürgertum in Verbindung gebracht werden. Aber dabei herrscht kein Gespür für diese Ideenwelt. Eigentlich erzählen die Mekons in ihren angefolkten und hin und wieder angedubten Punk-Songs nur von einer Welt, deren selbstgewählte Grenzen das sind, was man früher in einer Kneipe diskutieren konnte. Viel falscher Kulturpessimismus unter auch nicht nicht gerade ungemütlich eingerichteten linken Intellektuellen. Trotzdem: Eine gute Platte!

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