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The Lounge Lizards, 1981

Produzent/ Teo Macero

Label/ Polydor

Die Lounge Lizards sind die Thelonious-Monk-Rebels, die Jünger von Dolphy und Mingus, die Erben des tonalen Jazz. John Lurie kommt aus der Tradition von Leuten wie Charles McPherson oder Eric Dolphy, aber gehörig beeinflusst von späteren Ereignissen des Saxophons, während sein Bruder Evan am Piano in den späten Fünfzigern hängt, irgendwo in der Nähe des jungen Cecil Taylor.

Mit Teo Macero als Produzenten haben die fünf einen Mann, der nicht nur die letzten Miles-Davis-Platten produzierte, sondern schon in den Fünfzigern mit den richtigen Jazz-Musiker zusammenarbeitete. Die beiden modern-frisierten Monk-Titel „Epistrophy“ und „Well You Needn’t“ sind auf seine Anregung hin auf die Platte genommen worden. Neben Bassist Steve Piccolo arbeiten noch zwei Leute mit, die am ehsten noch Rock oder Experimental-Background einbringen. Ex-Pere-Ubu Schlagzeuger Anton Fier und DNA-Mann Arto Lindsay, dessen schräge Gitarre die Musik weit aus der Nostalgie-Zone holt.

Das tun auch die virtuos eingebauten freien Ausbrüche vorallem von Saxophon und Klavier. Man höre sich nur an, wie „Well You Needn’t“ mit Liebe zum Detail zerpflückt wird. Hier ist alles drin, was Musik aufregend macht. Und das sollten auf keinen Fall nur die Jazz-Hörer wissen.

11 Gedanken zu “

  1. Interessanter Tip, Dein Geschmack ist wahrlich eklektisch!

    Wohingegen ich Jazzmusik durchaus nicht abgeneigt bin, höre ich sie äußerst selten, und habe daher im Grunde genommen nicht mitreden.

    Wie ich neulich auf meinem Blog erwähnte, ist das Saxophon eines meiner Lieblingsinstrumente, was wohl in gewisser Weise ein Widerspruch zu meinen Jazzhörgewohnheiten ist.
    Insofern bin ich nach dem Hören der beiden ersten Stücke neugierig, den Rest dieser Platte zu hören – gut, daß man dies auf YouTube tun kann. Apple Music hat zwar ein paar Alben dieser Band, allerdings nicht diese Platte.

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    1. Lounge Lizards konnte man damals durchaus als Rock/Pop auffassen, auch wenn die Improvisationen von John Lurie ziemlich kompliziert sind. Das erinnert mich an Roland Kirk, der mit drei Saxophonen im Mund richtig abgehen konnte, als einen echten Rocker, obwohl er natürlich ein echter Jazzer war und nie einen Ton Rock gespielt hat.

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  2. Ich bin ein Lounge Lizards Fan der ersten Stunde und ich finde, daß John und Evan Lurie keine Sekunde verschwenden, sich als Epigonen zu gebärden. Sie machen ihr Ding, und das ist eine Art expressivem Bebop-artigem Spiel. Es ist weder Parker, noch Coltrane, noch Davis, aber es ist gut. Manche ihrer Stücke sind super! (Determination for Rosa Parks)

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    1. Du sagst es! Die Lounge Lizards waren Epigonen. Man könnte auch sagen: Sixties-Revival einmal anders. Aber tatsächlich klingt das reif, neu und ehrlich. Gut Neben John und Evan Lurie waren auf der Scheibe auch Anton Fier und Arto Lindsay.

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    1. Good mention, CB! „The Legendary Marvin Pontiac“ is strange and beautiful released recording. I’m not sure how many John Lurie fans were fooled by the initial hype surrounding this album, which purported it to be the recording of a musical genius who died in an asylum in the 70’s.

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