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Fairport Convention, Liege & Lief, 1969

Produzent/ Joe Boyd

Label/ Island

„Liege & Lief“ – erschienen im Dezember 1969 – ist das klassische britische Folkrock-Album. Inspiriert vom Vorbild von The Band, die mit „Music From Big Pink“ 1968 tief in die amerikanische Vergangenheit eingetaucht war, ging Fairport Convention den Weg zurück zu den Wurzeln. So schufen sie den Prototyp des britischen Folkrock. Analog zu dem Modeausdruck „Americana“ – möchte man diese Musik „Britannica“ nennen.

Das Innencover von „Liege & Lief“ zeigt die beiden berühmtesten Sammler angelsächsischer Lieder und Balladen: den Briten Cecil Sharp und den Amerikaner Francis Child, in deren Sammlung Fairport Convention forschte. Der Motor hinter dieser Wendung zur Tradition war Ashley Hutchings, der von den Byrds zum britischen Volkslied konvertierte (später ging er dazu über, seinen Glauben mit dem Aufzug eines englischen Landadeligen auch äusserlich zu demonstrieren).

Richard Thompson: „Wir hielten „Liege & Lief“ für eine wichtige Platte, na ja, vielleicht nicht so wichtig, für die Weltmusik. Für die britische Musdik war Fairport immer ein Kult – so wie Folkrock immer ein Kult war und ist. Die Platte erschütterte zwar nicht die Welt, aber sie veränderte doch einiges, interessanterweise auch in anderen Ländern“.

11 Gedanken zu “

    1. Sandy ist hier zumindest stimmlich am Höhepunkt ihrer Kariere, auch wenn die Intonierung ellenlanger Balladen mitunter zu einer gewissen Textlastigkeit auf Kosten der musikalischen Vielfalt führt.

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  1. Auch wenn es im Grunde sehr unterschiedliche Platten sind: Traffics „John Barleycorn must die“ und „Liege&Lief“ bilden für mich immer eine Art Zwillingspaar. Ich stelle mir vor, dass Traffic die Platte von Fairport Convention kannten und versucht haben, eine ähnliche Atmosphäre zu kreieren. Englische Countryside, nachmittägliche Pints im lokalen Pub und der Brückenschlag vom Nachklang der Psychedelic-Ära zum Liedgut von Old England. Was die beiden Platten ebenfalls für mich vereint: Ich kann sie nur selten hören 😉

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    1. Es gibt von „John Barleycorn“, wie bei den meisten Volksliedern, unzählige Versionen. Auf dem Plattencover von Traffic steht der Hinweis, dass über 100 bis 140 Fassungen existieren. Von diesem Stück gibt es auch eine interessante Bearbeitung von Fairport Convention. In dem Lied wird bekanntlich vor dem starken alkoholhaltigen Getränk (Hans Weizenkorn) gewarnt, aber trotzdem soll ein Schluck aus diesem fast mysteriösen Barleycorn aus uns einen kräftigen Menschen machen.

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