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Sir Douglas Quintet, The Best Of Sir Douglas Quintet, 1980

Produzent/ Amigos de Musica, Frank Morin

Label/ Takoma

Das Sir Douglas Quintet entstand 1964 um den Texaner Doug Sahm, der seit seiner Kindheit musikalisch aktiv war und bereits mehrere Bands gegründet hatte, und dessen Schulfreund Augie Meyers. Weitere Bandmitglieder waren Jack Barber (Bass), Johnny Perez (Schlagzeug) und Leon Beatty (Perkussion), der schon früh durch Frank Morin (Saxofon) ersetzt wurde. Ihren Namen verdankte die Band ihrem Produzenten Huey Meaux, der sie im Zuge der sog. British Invasion mit einem britisch klingenden Namen vermarkten wollte. Das Sir Douglas Quintet hatte mit „She’s About A Mover“ ihren ersten Single-Hit. Eine Festnahme wegen Marihuanabesitzes auf dem Flughafen von Corpus Christi im Jahre 1966 beendete die Erfolgsgeschichte aber zunächst. Sahm löste die Band auf und zog in nach San Francisco.

1968 nahm Doug Sahm einen neuen Anlauf mit dem Sir Douglas Quintet in San Francisco. Mit der Single „Mendocino“ kam dann 1969 der grosse internationale Durchbruch. Der Song wurde ein weltweiter Erfolg. „Dynamite Woman“ und „Nuevo Laredo“ waren weitere internationale Hits. Die Besetzung des Sir Douglas Quintet stabilisierte sich mit Sahm, Meyers, Morin, Perez und Harvey Kagen (Bass). Die stilistisch vielseitigen LPs der Gruppe, die sich sowohl am psychedelischen Westcoast-Rock als auch an texanischen Country- und Bluestraditionen orientierten, blieben allerdings in ihren Verkaufszahlen hinter den Erwartungen der Plattenfirma zurück.

1971 begann die Band begannen allmählich auseinanderzudriften und es gab erneute personelle Wechsel. 1972 zerfiel das Sir Douglas Quintet schliesslich, nicht zuletzt, weil Doug Sham eine Karriere als Solo-Künstler begann. Anfang der 1980er Jahre kam es dann zu einer Neuauflage des Sir Douglas Quintet. Die Band mischte nun ihren typischen Tex-Mex-Sound mit New-Wave-Pop, der in Europa gefragter war als in seiner Heimat. 1985 trennte sich die Gruppe wieder.

Ein letztes Aufbäumen des Sir Douglas Quintet erfolgte 1994. Inzwischen sassen Doug Clifford von Creedence Clearwater Revival und Sahms Söhne Shawn und Shandon mit im Boot. Mit Doug Sahms Tod im November 1999 starb auch das Sir Douglas Quintet endgültig.

5 Gedanken zu “

  1. Von dem Sir Douglas Quintet hatte ich bisher noch nicht gehoert; allerdings, und jetzt halte Dich fest, kannte ich den Song „Mendocino.“ Mit diesem hatte der deutsche Schlagersaenger Michael Holm 1972 einen Hit in der ZDF Hitparade mit Dieter Thomas Heck, die ich seinerzeit mit Begeisterung schaute. Nun ja, ich war ja erst sechs Jahre alt! 🙂

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    1. Von der deutschen Version von „Mendocino“ habe ich schon gehört, aber in der Schweiz war damals eindeutig das Original bekannter. Der Song war auch in der Musikbox in dem Hinterraum von einer Kneipe, wo wir Halbwüchsige uns nach der Schule am Flipperkasten zu schaffen machten. Im Mai 1994 habe ich einen eindrücklichen Auftritt des Sir Douglas Quintet in Frutigen/Be erlebt. Diese Musik mag ja mitunter simpel tönen, aber sie setzt, in ihrer ganzen stilistischen Breite von Tex-Mex, Rock, Blues, Country bis hin zur Polka, eine fast traumwandlerische Sicherheit voraus. Leider ist Leadsänger und Gitarrist Doug Sahm früh gestorben. Augie Meyers, der mit seiner Vox Continental Orgel, oder seinem „Mendocino-Örgeli“ ganz klar den Sound der Gruppe prägte, spielte später bei den Texas Tornados. Er war auch als Studiomusiker sehr gefragt, u.a auf Bob Dylans Alben „Time Out of Mind“(1997) und „Love and Theft“ (2001).

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      1. Es ist gut zu hoeren, dass das Original in der Schweiz bekannter war. Deutsche Schlagersaenger schreckten seinerzeit vor nichts zurueck, und wie gesagt, ich war damals noch klein und unschuldig! 🙂

        Die Clips der beiden Stuecke des Sir Douglas Quintets gefallen mir gut. Simpel ist haeufig am besten!

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