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The Who, Pinball Wizard, 1969

Text/Musik/ Pete Townshend

Produzent/ Kit Lambert

Label/ Track

Nur wenige würden so weit gehen, die bahnbrechende Rockoper „Tommy“ als das beste Album von The Who zu bezeichnen. Song für Song betrachtet kann es nämlich nicht mit „Who’s Next“(1971) mithalten, auf dem „Baba O’Riley“,“Behind Blue Eyes“ und „Won’t Get Fooled Again“ zu finden sind. Aber zwischen den Lückenfüllern, die die verwickelte Geschichte – eines tauben, stummen und blinden Jungen, der zum Messias wird – zusammenhalten, enthielt „Tommy“ einige echte Juwelen; am hellsten strahlte „Pinball Wizard“.

Der Text war nicht besonders, und es kostete Überwindung, an einen Helden zu glauben, der Flipperautomaten mit dem Geruchssinn beherrschte. Doch The Who verkauften diesen Song mit wilder Leidenschaft, und die fiebrige Tonlage transportierte viel Virtuosität und Ambition. Gitarrist Pete Townshend superschnelles Strumming allein war den Eintrittspreis wert.

Schon bei der Veröffentlichung wurde „Tommy“ von den einen als Meisterwerk gepriesen und von den anderen als ausschweifend abgelehnt, aber fast jeder hielt „Pinball Wizard“ für einen grossartigen Song. Ausgerechnet Townshend bezeichnete das Lied dann später als „das ungeschickteste Stück, dass ich je geschrieben habe“, wurde jedoch von den Fans überstimmt, die „Pinball Wizard“ zu einem Top-Hit in den USA und England machten.

13 Gedanken zu “

  1. Ich habe Tommy live gesehen, allerdings nicht von Who, sondern von einer deutschen Band, die damals durch das Land zog und überall Tommy präsentierte. Muss mal nachschauen, ob ich noch rausbekomme, wer das damals war. Es sind wirklich einige sehr starkte Nummern auf dem Album.

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    1. „Tommy“ besteht ja aus 24 mehr oder weniger gelungen Songs die zu einer Oper veredelt wurden. Popkommerziell funktionierte der Zyklus gut. Die Doppel-LP kam Platz 2 in der US-Charts und auf Platz 4 in UK. Die Who hatten sich in einem abgehobenen Stadion-Rock-Act zum Big Business verwandelt. Ich kann mich an eine Orchesterfassung mit dem London Symphonie Orchester und an den Film „Tommy“ erinnern, von einer deutschen Cover-Band (mit deutschen Texten?) habe ich hingegen noch nie etwas gehört.

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  2. Wenn ich mich richtig erinnere, war “Pinball Wizard” der erste Song der Who, den ich hörte. Ich denke dies muß wohl Ende der siebziger Jahre gewesen sein. Ich fand diese Nummer von Anfang an stark!

    Was ich nie so recht kapiert habe, ist das etwas abrupte Ende. Wie auch andere Stücke auf dem Tommy Album, klingt es fast so als ob das Stück nicht ganz hundertprozentig ausgegoren war.

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  3. „Pinball wizzard“ hörte ich zuerst von Elton John. Filmausschnitt aus „Tommy“ im TV. Dann die Who selber mit „Substitute“ als BEAT CLUB Oldie Gewinner im „Musikladen“ – da wuchs das Interesse; dann eine Best of von AMIGA und schließlich die Quadrophenia als Bandaufnahme, aber die packt musikalisch auch nicht über die volle Distanz. Schließlich „Tommy“ zum Aufnehmen bekommen und die Aufnahme wegen übergroßer Langweiligkeit abgebrochen. Stimmt – „Tommy“ ansich is’nich’dolle. Meine liebste von WHO ist die „Face dances“, allgemein schwer unterschätztes Album.

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    1. „My Generation“ fasste für mich alles zusammen, was die Faszinationskraft von The Who ausmachte. Dieser Song war allenfalls vergleichbar mit „(I Can’t Get No) Satisfaction“ von den Rolling Stones. Auch „Substitute“, „Happy Jack“ und „I Can See for Miles“ hatten noch etwas von dieser Wut und Energie. Bei der Mini-Oper „A Quick One, While He’s Away“, zeigte sich aber bereits eine neue Richtung, die mit „Tommy“ einen Höhepunkt fand. Ich konnte mich nie anfreunden mit der Geschichte von dem taubstummen und blinden Jungen, der sich als Flipper-Wunderkind erweist, auch wenn es ein paar gelungene Songs auf dem Album hat. Ja – „Face Dances“ macht Spass! Da hatten sich die Who noch einmal zu einem guten Album aufgerafft, auch wenn Moon nicht mehr Schlagzeug spielte. Später funktionierte die Band dann nur noch auf nostalgischer Basis.

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