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Patti Smith, Dancing Barefoot, 1979

Text/Musik/ Patti Smith, Ivan Kral

Produzent/ Todd Rundgren

Label/ Arista Records

Sie lernen sich im März 1976 an einem Hot-Dog-Stand in Detroit kennen. Gitarrist Lenny Kayne stellt die beiden einander vor. Dass sie beide Smith mit Nachnamen heissen, entlockt ihen ein zurückhaltendes Lächeln. Doch Patti ist noch auf eine ganz andere Weise von Fred, dem ehemaligen Gitarristen der Detroit Rocker MC5, eingenommen. Freds neue Gruppe, die Sonic Rendezvous Band, soll das Konzert von Pattis Band an diesem Abend als Vorgruppe eröffnen.

Was am Hot-Dog-Stand beginnt, setzt sich später auf der Bühne fort – Patti ist hingerissen von dem Gitarristen, und ihre Gefühle werden von Fred durchaus erwidert. Die Beiden verlieben sich ineinander. Dass sie jeweils noch in anderen Beziehungen gebunden sind, macht die Sache allerdings nicht besonders leicht.

Es vergehen noch zwei Jahre seit ihrer ersten Begegnung am Hot-Dog-Stand, ehe Patti und Fred „Sonic“ Smith auch offiziell ein Paar sind. Doch ihre Liebe hat in diesen zwei Jahren keineswegs gelitten. Was Fred ihr bedeutet, erzählt Patti Smith ein weiteres Jahr später, 1979, in dem ihm gewidmeten Liebeslied „Frederick“ auf dem Album „Wave“. Auch der der zweite Song auf der Platte „Dancing Barefoot“ beschreibt poetisch ihre Gefühle und die Geheimnisse der gegenseitigen menschlichen Anziehung („Here I go and I don’t know why, I spin so ceaselessly, ‚til I lose my sense of gravity…“)

Nach ihrer Heirat 1980 mit Fred Smith legte Patti Smith ihrer Musik-Karriere zunächst auf Eis. Sie zogen aufs Land in die Nähe von Detroit, Patti wurde Hausfrau und Mutter zweier Kinder. Doch der Rückzug aus dem Musikgeschäft hielt nicht lange an.

„Ich habe als Mutter und Hausfrau sehr hart arbeiten müssen. Ich habe Fussböden geschrubbt, die Toiletten geschrubbt und abgewaschen – jeden Tag. Das war in Ordnung. Aber als uns das Geld ausging, wurde das Leben kompliziert. Als versuchte ich mit meinem Mann Fred eine Art Comeback, um unsere Haushaltkasse zu füllen.“

Das Comeback hiess „Dream Of Life“ und wurde 1988 veröffentlicht. Ein späteres Comeback wurde vom plötzlichen Tod ihres Mannes überschattet. Fred „Sonic“ Smith starb im November 1994 an einem Herzinfarkt.

13 Gedanken zu “

  1. Produzent Todd Rundgreen wäre auch mal eine ganze Reihe wert, taucht immer wieder auf, war ja auch als Musiker nicht erfolglos. Patti Smith habe ich Ende der Siebziger mal in Bremen live gesehen, jetzt steht sie auf der Liste der Künstler, die ich noch mal sehen will – und die ist nicht so sehr lang.

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    1. Todd Rundgren war in seiner Blütezeit konsequent Künstler und hat alle kreativen Jobs gleich selbst erledigt. Die Produktion von „Wave“ zeigt, dass er auch mit der Tontechnik damals schon ziemlich weit war. Patti Smith habe ich ein paar Mal live gesehen. Ihre Auftritte können bisweilen zu einer Abfolge von Hommagen und Anlässen werden. Aber mir gefällt die Art, wie sie mit ihrem Älterwerden öffentlich umgeht.

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    1. Den Fans aus den früheren Poetry-Szene klangen die Songs vielleicht zu sehr nach „My Generation“ und „Rock’n’Roll Star“, dem strammen Rockpalastpublikum blieben ihre Klarinettenimprovisationen wohl ein eher ärgerlicher Interruptus, zumal ihre tonmalerischen Instumentalfähigkeiten nicht in dem Masse zunahmen, wie ihre sprachliche Spontanität zurückging, am Ende war aber der Erfolg der Patti Smith Group doch unübersehbar.

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      1. Nice concert! I like the way Patti Smith handles getting older. And when she sings songs like „Dancin Barfoot“, „Gimme Shelter“ or „Gloria“ with a voice that has not lost of her precise phrasing. Thanks for the hint, CB!

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