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Dave Davies, Death of a Clown, 1967

Text/Musik/ Dave Davies

Produzent/ Dave Davies, Ray Davies

Label/ PYE

Dave Davies zählt zu den begehrtesten Singles in ganz England. Er sieht gut aus, trägt immer die modischsten Klamotten und ganz nebenbei spielt er in einer der angesagtesten Bands in Europa. Mit den Kinks konnte er serienweise Hits landen, doch trotzdem ist Dave nicht glücklich.

Sein Bruder Ray, mit dem er bei den Kinks zu Gange ist, spielt sich nämlich seit Jahren als Egomane auf. Er komponiert alle Songs und hält auch die geschäftlichen Fäden in seinen Händen. Dabei würde sich Dave zu gerne musikalisch mehr einbringen. Bei seinen Eltern zu Besuch, lässt er seinem Frust schliesslich freien Lauf. Schon etwas angetrunken, setzt sich Dave ans Klavier und stimmt ein spontanes Lied an. „Let’s all drink to a death of a clown“. Wenige Augenblicke später ist er plötzlich nüchtern, ihm wird bewusst dass er gerade einen Hit geschrieben hat. Dave beschließt, seinem Bruder eins auszuwischen und veröffentlicht den Song als Solosingle. „Death of a Clown“ wird ein Hit – und für Dave Davies ein kurzes Intermezzo als Solokünstler.

In in dem Lied geht es nicht nur um den Tod eines eines Clowns, sondern um den Niedergang einer ganzen Zirkuskultur, die durchaus Symbolcharakter für das Leben im Allgemeinen besitzt. Der alte Wahrsager liegt tot auf dem Boden, es gibt sowieso niemanden mehr, der sich wahrsagen lassen will. Und selbst die minimalste Form des Zirkuslebens, der Flohzirkus, ist zum Scheitern verurteilt. Der Insektendompteur kriecht auf den Knien herum und sucht wie wild nach entfleuchten Flöhen. In diesem Sinne: „Let’s all drink to the death of the Clown“, und vielleicht findet sich ja gleich jemand, der Dave Davies hilft „to break up this crown“, d.h. den Kronkorken von der Flasche zu kriegen.

7 Gedanken zu “

  1. Mitte der 70er gewann der Song als Beatclub-Oldie im Musikladen das Telefonvoting. Peng! Ich war hypnothisiert, süchtig nach dem Song. Mehrfach im Radio die Aufnahme verpasst – auf dem Song lag ein Fluch! – hatte dann endlich, bereits in der Punkzeit, ein Klassenkamerad das Werk in einer Qualität, dass es überspielbar war.
    Die Solo-LP von D.D. ist allerdings dürftig – Ray ist schonn der bessere insgesamt betrachtet.

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    1. „Death of a Clown“ stammt aus Sommer 1967 und war damals ein grosser Hitparadenerfolg. Die Nummer hätte aber eigentlich auch unter den Kinks aufgeführt sein können, schliesslich findet man sie auf dem Kinks Album „Something Else By The Kinks“. Und wie von Dir bereits erwähnt: Die weiteren Soloveröffentlichungen von Dave Davies sind ziemlich dürftig und erfolglos geblieben.

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  2. Es gibt eine österreichische Tribute-CD an den Kinks mit dem treffenden Titel „Lola“. Das beste Lied auf der Compilation ist „Am Grabe des Clowns“, gesungen von Wilfried. Auf YouTube gibt es leider nur spärliche Suchergebnisse darüber.

    Liebe Grüße und… die Zeit war längst reif, Deinem interessanten Blog zu folgen!

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