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John Cale, Slow Dazzle, 1975

Produzent/ John Cale

Label/ Island Records

Abgesehen von einem nicht zu leugnenden, leicht bedrohlichen Unterton war „Slow Dazzle“, der leider viel zu wenig gewürdigte Nachfolger von „Fear“, eine tendenziell etwas glattere und weniger dunkle Platte. Der Höhepunkt des Albums ist und bleibt das lebhafte „Mr. Wilson“ mit seinen beeindruckenden Akkordwechseln und dem wunderbar bösen Mittelteil, mit dem Cale Brian Wilson von den Beach Boys, einem Künstler, der ihn selbst stark beeinflusst hat, Anerkennung zollt.

Auch die Cover Version von Elvis Presley’s „Heartbreak Hotel“ ist Cale at his best; wie er hier den Song demontiert und in einer völlig anderen Atmosphäre erschreckend und düster wieder zusammensetzt, das ist wirklich grosse Kunst (auch ist es das Stück in dem sich Cale’s Mitmusiker Brian Eno und Phil Manzanera – die ja damals bei Roxy Music für schrägen und innovativen Rock’n’Roll sorgten – am besten einbringen). Ansonsten erwartet man halt bei Songtiteln wie „Dirty Ass Rock’n’Roll“ etwas mehr Kanten, als speziell dieser Song hat. Auch „Darling I Need You“, „Rollaroll“ oder „Ski Patrol“ sind musikalisch eher durchschnittlich inspirierte Kompositionen, die nett dahinfliessen, aber letztlich weder mitreissen noch aufregen.

6 Gedanken zu “

  1. Trifft’s ganz gut. Er hat sicher bessere Platten gemacht. „Guts“ und „Taking It All Away“ wären noch erwähnenswert, aber die beiden Nummern haben live auch immer wesentlich besser funktioniert als in der jeweiligen Studio-Version.

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    1. John Cale hatte ja immer wieder durch seine ausdruckstarken Bühnenauftritte von sich Reden gemacht und versucht den offenen Geist der damaligen Zeit in experimentelle Musik umzusetzen ( legendär z.B. sein Auftritt am E-Piano im Rockpalast der 80er Jahre). Ich finde diese Live-Version hier von „Heartbreak Hotel“ ziemlich interessant ( John Cale, Andy Summers, Ollie Halsall, Zanna Gregmar, Pere Colom and Miguel Figuerola, Spain TV 1981):https://www.youtube.com/watch?v=AHF7b326ydg

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      1. Seine Solo-Tour nach „Music For A New Society“ war legendär, auch sein Rockpalast-Auftritt. Beim Europa-weit ausgestrahlten TV-Auftritt 1984 mit Band ist ihm dann ziemlich der Gaul durchgegangen, aber irgendwie hat auch das zu ihm gepasst. An guten Abenden war er live unschlagbar. Schöne „Heartbreak Hotel“-Version.

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    1. „Heartbreak Hotel“ is certainly one the most stunning and memorable moment on the album. But with no doubt any Elvis fan will horrify by this version with the heavy, distorted guitars, the wailing synth line and screamed vocals from Cale.

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