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The Velvet Underground, VU, 1985

Produzent/ The Velvet Underground

Label/ Verve

„VU“, das Mitte der 80er Jahe erschienen ist, beinhaltet ausschliesslich älteres Songmaterial aus dem Zeitraum von 1969-1970. Damals war jede Platte von Velvet Underground radikal oder zumindest überrraschend anders als die vorhergehende. Auf „VU“ findet man dann auch ganz unterschiedliche Songs, die ein breites Spektrum bieten, aber nicht mehr die aggressiv/chaotisch/experimentelle Seite, für die Velvet Underground in grossartigen Songs auf den ersten beiden Platten unsterblich geworden sind.

Es fängt an mit einem knochentrockenen Groove auf „I Can’t Stand It“, geht weiter mit den wunderbar zarten Liedern „Stephanie Says“ und „Lisa Says“, dem „neptunisch-surrealen“ „Ocean“, dem Rock’n Roller „Foggy Notion“ und schliesst mit einem richtig amerikanischen Duett zwischen Lou Reed und Maureen Tucker: “I’m Sticking with You“.

Dazwischen gibt es noch ein Soulstück „Temptation Inside Your Heart“ (Die Velvets waren Aretha Franklin-Verehrer) sowie das Früh-Sixties „One of these Days“. Interessant sind auch die Ur-Versionen von „Andy’s Chest“, später dann auf „Transformer“ (1972) und „She’s My Best Friend“ auf “Coney Island Baby“ (1975) erschienen. „Caroline Says“ auf „Berlin“ (1973) von Lou Reed ist ein Cover von „Stephanie Says“.

“VU“ wurde Mitte der Achtziger nicht gerade überschwänglich oder begeistert vom Massenpublikum aufgenommen. Der Sound hörte sich zu “verstaubt“, zu „retro“ an, um mit dem damaligen Zeit(un)geist Schritt halten zu können. Vielleicht waren die elektronik- und discogeschwängerten Mittachtziger auch der ungünstigste Zeitpunkt, um „VU“ einer breiteren Hörerschaft zugänglich zu machen. Für mich ist „VU“ eine schöne Scheibe, die die Band von der „Velvet“-Seite zeigt, die „Underground“-Seite ist wieder eine andere Nummer.

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