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R.E.M, What’s The Frequency, Kenneth?, 1993

Musik/Text/ R.E.M

Produzent/ Scott Litt, R.E.M.

Label/ Warner Bros.

Dan Rather ist Nachrichtensprecher beim US-Fernsehsender NBC. An einem Oktoberabend des Jahres 1986 läuft er durch Strassenschluchten Manhattans nach Hause. Er bemerkt nicht, dass er von einem Mann verfolgt wird. Es sind nur noch ein wenige Schritte bis zu Rathers Apartment, da fällt der Unbekannte über ihn her und drischt auf ihn ein. Ausgeraubt wird Rather nicht. Bei jedem Schlag, bei jedem Tritt brüllt ihn der Angreifer nur an: „Wie lautet die Frequenz, Kenneth'“

Jahrelang rätselt Dan Rather über diesen Zwischenfall. Die Medien spekulieren ebenfalls. Sogar der sowjetische Geheimdienst wird als Auftraggeber des Schlägers vermutet. Auch R.E.M.-Sänger Michael Stipe beschäftigt sich mit dem Überfall. Fasziniert schreibt er einen Song darüber. Der wahre Grund des Vorfalls ist düsterer, als Dan Rather, Michael Stipe und die Medien ahnen können.

Erst 1997 wird der Angreifer identifiziert: William Tager sitzt mittlerweile für den Mord an einem Kabelträger der NBC im Gefängnis. Der Mörder macht das Fernsehen dafür verantwortlich, Signale in seinen Kopf zu senden. Tager will von den TV-Machern erfahren, auf welcher Frequenz die Signale in seinen Kopf gelangen. Das ist der Grund für die Angriffe auf Dan Rather und den Kabelträger. Und der Grund für die Frage, die auch R.E.M. in ihrem Song stellen: „What’s The Frequency, Kenneth?“

7 Gedanken zu “

    1. R.E.M. waren ja nicht dazu da, verstanden zu werden. Und weil es von der Gruppe lange Zeit auch keine gedruckten Songtexte gab, war es nicht einfach den Sinn von „What’s the Frequency, Kenneth?“ herauszubekommen. Der Angreifer William Tager gehört zu jenen Figuren aus einer Zeit, als „Fernsehen“ noch wörtlich zu verstehen war und spiritistische Mittelsfiguren, sogenannte Mediums, zwischen Diesseits und Jenseits geblickt haben.

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      1. Wie Kunst allgemein ja auch nicht unbedingt den Verstand anspricht, :o) … und ich glaube, solche „Figuren“ gibt es heute noch und nöcher. Weil trotz aller fortgeschrittener Technologien die Menschheit sich nicht ebenso rasch wie etwa Computergenerationen verändern … Gottseidank oder was auch immer …. :o) lieben Gruß!

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      2. Da hast Du recht! Das „Manipulieren“ verstärkt sich noch durch moderne Technologien, die sowohl sehen machen, was in anderen Teilen der Welt geschieht, als auch die Möglichkeit bieten, die dementsprechend „Magnetisierten“ völlig zu kontrollieren.

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  1. R.E.M. habe ich immer gern gehoert, und dies ist ein gutes Stueck. Von der Hintergrundgeschichte hatte ich keine Ahnung – besonders ueberrascht bin ich allerdings nicht.

    Dan Rather kann froh sein, dass ihn dieser behloppte Typ nicht ueber den Haufen geschossen hat in einem Land, das bis an die Zaehne bewaffnet ist mit vielen korrupten Politkern, die von der hiesigen Waffenlobby gekauft werden und dem fadenscheinigen Argument der Verfassung. Da kann einem wirklich das kalte Kotzen kommen!

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    1. Das Gemurmel von Michael Stipe ist ja eher unverständlich und Anfang der 90er Jahre gab es keine gedruckten Songtexte von R.E.M, deshalb dauerte es es eine Weile, bis ich den Song „What’s the Frequency, Kenneth“ verstand. Die kantigen, kratzigen Gitarren haben mir aber gleich gut gefallen.

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