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Gary Moore, Still Got The Blues, 1989

Produzent/ Gary Moore, Ian Taylor

Der nordirische Rock-Gitarrist Gary Moore kreiert hier seinen eigenen Blues, dominiert von der überragenden, stetig wechselnden, manchmal rasenden, manchmal gefühlvoll langsamen, immer aber kreativen, verzerrten E-Gitarre und seiner markanten, höheren Rockstimme. Überflieger des Albums ist natürlich „Still Got The Blues“ selbst – ein Titel, der zumindest in der verkürzten Radiofassung und (leider) ohne das geniale Solo am Ende aus dem Radio bekannt sein dürfte und zu den definitiven Klassikern der Rockgeschichte zählt.

Die rockigen Titel „Oh Pretty Woman“, „King Of The Blues“, „Moving On“ und „That Kind Of Woman“, das klagende langsame „As The Years Go Passing By“, das tatsächlich Mitternachtsromantik verbreitende „Midnight Blues“ sowie die letzten beiden Bluesnummern stehen „Still Got The Blues“ aber kaum nach. Und auch die restlichen Songs sind Ohrwürmer.

„Still Got The Blues“ ist ein zeitloses Album, welches irgendwie eine nächtliche Stimmung zwischen kleiner verräucherter Grossstadtbar und dem einsamen Gang durch die leergefegten neonbeleuchteten Fussgängerzonen vermittelt. Definitiv ist es kein Album für Blues-Puristen, die mit dem Zeigefinger auf die Definition des Blues tippen. Denn dafür ist die Nähe zum Heavy Metal zu gross. Aber eigentlich ist das völlig egal…

8 Gedanken zu “

  1. Klasse Album! Zwar hat mir Gary Moore manchmal eher etwas zu viel gespielt wenn weniger mehr gewesen wäre, allerdings war er trotzdem ein super Gitarrist. Außerdem könnte man dies für Buddy Guy, den ich genial finde, sicherlich ebenfalls sagen.

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    1. Da hast du allerdings recht! Gary Moore hat zuweilen den Hang, mit allzu schnellen Läufen die Songs geradezu über den Haufen zu spielen (im Englischen mit „to overplay“ treffend bezeichnet). Aber ohne Frage ist er ein begnadeter Gitarrist, was etwa bei „As The Years Go Passing By“ eindrucksvoll zu hören ist.

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      1. Naja, das finde ich schon etwas herbe, jemandem Ahnungslosigkeit zu unterstellen, nur weil er einen Interpreten nicht besonders schätzt, so etwas haben wir doch mit 14 hinter uns gebracht, oder?

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