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John Lennon, Walls And Bridges, 1974

Produzent/ John Lennon

Label/ Capitol Records

Die Lieder auf „Walls And Bridges“ sind durchwegs besser als auf dem Vorgängeralbum „Mind Games“, die kompositorische Klasse wie auf  „Imagine“ wird allerdings nicht mehr ganz erreicht. Die Songs sind weitgehend eine Introspektion auf Lennons bewegtes Leben in der zeitweisen Trennungsphase von Yoko Ono, insbesondere „Going Down On Love“, „What You Got“ und „Bless You“ geben darüber Auskunft. Selbstzweifel wie in „Scared“ und „Nobody Loves You“ werden unverschnörkelt wiedergegeben.

Mit „#9 Dream“ (einer Hommage an seinen vormaligen Bandkollegen George Harrison) gelang Lennon noch einmal ein traumhaft schönes und zugleich eingängiges Lied, wie er es zu Beatles-Zeiten z.B. in „I’m Only Sleeping“ perfektioniert hatte. In „Steel and Glass“ ätzt er gegen den Ex-Manager der Beatles, Allen Klein. Ähnliches (an Paul McCartney adressiert) war bereits auf dem Imagine-Album („How Do You Sleep?“) zu hören. Meines Erachtens nach etwas belanglos, aber erfolgreich  war „Whatever Gets You Through the Night“ mit Elton John am Klavier und als Background-Sänger.

10 Gedanken zu “

  1. Wohingegen Lennons Solomusik generell die Qualitaet seiner spaeten Beatles-Stuecke wohl nicht ganz erreicht, ist dies ein solides Album.

    Elton John und Lennon klingen toll zusammen, weswegen mir „Whatever Gets You Thru The Night“ immer gut gefallen hat. Weitere Hoehepunkte fuer mich sind „#9 Dream“, „Steel And Glass“, „Nobody Loves You (When You’re Down And Out)“ und „Old Dirt Road.“ Letzteres hat Lennon zusammen mit Harry Nilsson geschrieben hat. Die Slide-Gitarre in dem Song erinnert mich an George Harrison.

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    1. Natürlich sind die älteren Songs von Lennon bei den Beatles alle sehr interessant, aber Lennon hat sich damals doch weitgehend den Zwängen seines Prominentenstatus gefügt. Musikalisch ist er ja auch weiterhin aktiv geblieben und hat seinen Traum realisiert. Vieles auf seinen Solo-Alben wirkt für heutige Ohren vielleicht etwas unausgegoren und überproduziert. Ich halte „Walls And Bridges“ für ein überzeugendes Album; dies vielleicht auch weil Lennon eine bildhafte Sprache benutzt, die eher mit Gefühlen als durch Sprache verstanden werden kann.

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